english

Dienstag, 30 Juni 2020 12:40

VDB: Masterplan Schiene erhöht das Tempo

"Das Zukunftsbündnis Schiene hat heute eine ganz wichtige Grundlage für klimafreundliche Mobilität bis 2030 gelegt. Jetzt muss es mit sehr viel Ehrgeiz an die Umsetzung gehen, um mit einer beschleunigten Digitalisierung der Schiene Konjunktur und Klimaschutz anzuschieben", sagte Michael Fohrer, Präsident des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. anlässlich des heutigen Schienengipfels in Berlin.

Politik, Betreiber und Industrie arbeiten seit zwei Jahren an einer Strategie für die Umsetzung der Ziele des Koalitionsvertrags: Bis 2030 Fahrgastzahl im Schienenverkehr verdoppeln und das Güteraufkommen auf der Schiene signifikant erhöhen. Im heute vorgestellten Masterplan Schiene beschreibt das Zukunftsbündnis nun wie die Schienenmobilität der Zukunft in der Praxis aussehen kann: Weniger Emissionen - Mehr Kapazität, mehr Innovation, höhere Pünktlichkeit, Nachhaltigkeit und Attraktivität. Die Grundlage dafür schafft die digitale Schiene 4.0.

"Der Schienengipfel gibt den Startschuss für eine neue, digitale Epoche des Schienenverkehrs.", sagte Fohrer. "Schiene 4.0 ist die Schlüsseltechnologie umweltschonender Mobilität "Made in Germany" und wichtiger Konjunkturmotor für die Branche. Deshalb muss das Tempo auf dem Weg zur Digitalisierung jetzt deutlich anziehen. Mit doppelter Geschwindigkeit in die Zukunft. Wir sind bereit!". Deutschland müsse nun die Grundlagen weiter ausbauen: Eine beschleunigte Digitalisierung des Schienennetzes durch rasches Ausrollen des European Train Control Systems ETCS und digitaler Stellwerken (DSTW) sowie die intelligente Vernetzung von Zügen. Transformative Investitionen in ein digitales Schienensystem - von der Produktion über die Wartung bis in den Betrieb - seien maßgeblich für das Erreichen der Klimaziele in der Mobilität und für starke industrielle Wertschöpfung bei Fahrzeugherstellern und Zulieferern in Deutschland. Klimaschutz dulde keinen Aufschub.

Der VBD begrüßt auch die industriestrategische Ausrichtung des Masterplans. Deutschland zum weltweiten Leitmarkt für innovative und nachhaltige Mobilitätslösungen ausbauen und die Position der Bahnindustrie in Deutschland als Leitanbieter für digitale Schienentechnologie im globalen Wettbewerb stärken - das sei der richtige Weg ins digitale Zeitalter. Entscheidend seien nun Investitionen wie auch non-monetäre Anreize für Klimatechnologien "Made in Europe". Automatisierte Metros, die bis zu 30 % Energie einsparen, immer pünktlich und nie überfüllt sind. High-Speed-Züge, die Metropolen Punkt-zu-Punkt so schnell verbinden wie Flugzeuge. Modernste Bahnhöfe und Fahrgastlenkung, die Reisen wieder zum Erlebnis machen bei maximalem Kundenkomfort. Mit Innovationen der Bahnindustrie heute schon möglich, doch diese Innovationen müssen auch in die Anwendung kommen.

Der Masterplan verweist auf die richtigen Rahmenbedingungen: Die Gewährleistung nachhaltiger Ausschreibungs- und Vergabekriterien zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Deutschland und Europa. "Wir plädieren klar für einen Kulturwandel in öffentlichen Vergaben, der den wirtschaftlichen Re-Start und den Hochlauf für Klimalösungen gleichermaßen unterstützt.", so VDB-Hauptgeschäftsführer Dr. Ben Möbius. Der Bund müsse mit einem technologieoffenen Bonus Upgrades der Schiene und emissionsfreie, neue Züge kraftvoll fördern. "Öffentliche Ausschreibungen müssen Anreize setzen für digitale Technologiesprünge "Made in Europe", indem sie wesentlich stärkere Impulse geben für Innovation und europäische Wertschöpfung.", sagte Möbius. Lebenszykluskosten, Preis-Leistungs-Verhältnis und Nachhaltigkeit müssten Vergaben in der Zukunft entscheiden. Nicht einzig der Anschaffungspreis. Eine Gesetzesänderung sei dafür nicht nötig, die entsprechenden Kriterien bestünden bereits im europäischen wie deutschen Vergaberecht.

"Mit dem Masterplan Schiene hat das Zukunftsbündnis eine Blaupause für eine neue Ära der Clean Mobility "Made in Germany" geschaffen. Die Bahnindustrie in Deutschland steht jetzt als exzellenter Technologiepartner für die Umsetzung in den Startlöchern.", betonte Fohrer.

Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Verbänden haben im 2018 gegründeten Zukunftsbündnis Schiene in sechs Arbeitsgruppen für die Umsetzung der im Koalitionsvertrag festgelegten Ziele der Verdoppelung der Passagierzahl, der Einführung des Deutschlandtaktes, der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Schiene, der Senkung von Lärmemissionen, der Digitalisierung und Automatisierung des Schienenverkehrs, der kraftvollen Innovationsförderung sowie Lösung des Fachkräftebedarfs zusammengearbeitet.

Pressemeldung VDB

Zurück

Letzte Änderung am Dienstag, 30 Juni 2020 12:45