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Donnerstag, 30 Juli 2020 08:36

Vossloh: Gute Entwicklung im ersten Halbjahr, Ausblick für 2020 bestätigt

Die Vossloh AG hat im ersten Halbjahr 2020 einen Konzernumsatz von 393,2 Mio.€ erzielt (Vorjahr: 437,1 Mio.€). Insbesondere Portfolioveränderungen, im Vorjahr waren noch Umsätze von 30,1 Mio.€ aus mittlerweile veräußerten Weichenaktivitäten in den USA im Zahlenwerk enthalten, und die COVID-19-Pandemie trugen zu dieser Entwicklung bei. Temporäre Produktionsstilllegungen und kundenseitige Projektverzögerungen führten zu Minderumsätzen in einer Größenordnung von etwa 30 Mio.€.

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Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im ersten Halbjahr 2020 betrug 30,1 Mio.€ (Vorjahr bereinigt: 20,5 Mio.€) und war durch die im ersten Quartal 2020 erfolgswirksame Buchwertanpassung in Höhe von 15,6 Mio.€ im Rahmen der Übergangskonsolidierung eines Joint Ventures in China im Geschäftsfeld Fastening Systems begünstigt (unter Herausrechnung dieses Effekts lag das EBIT bei 14,5 Mio.€). Die EBIT-Marge verbesserte sich entsprechend auf 7,6 % (Vorjahr bereinigt: 4,7 %). Belastungen aus COVID-19 waren im EBIT des ersten Halbjahres 2020 in einer Größenordnung von etwa 10 Mio.€ enthalten. Ohne COVID-19 hätte sich die operative Ertragskraft von Vossloh im Jahresvergleich somit signifikant verbessert.

Oliver Schuster, Vorsitzender des Vorstands der Vossloh AG, kommentiert: „Das Maßnahmenprogramm im letzten Jahr und die daraus resultierende Stärkung unserer Profitabilität und Eigenfinanzierungskraft hätten wir angesichts der Auswirkungen durch COVID-19 zu keinem besseren Zeitpunkt realisieren können. Die positiven Effekte sind deutlich sichtbar und werden die Profitabilität in der Zukunft weiter erhöhen. Zusätzliche Stabilität erhalten wir durch den vollzogenen Verkauf des Lokomotivengeschäfts. Die wegfallenden Verluste und Mittelabflüsse werden sich zukünftig positiv auf unser Ergebnis je Aktie sowie unseren Free Cashflow auswirken.“

Mit rund 495 Mio.€ überstiegen die Auftragseingänge die Umsätze deutlich – die Book-to-Bill-Ratio, das Verhältnis von Auftragseingängen zu Umsätzen, lag im Vossloh-Konzern bei 1,26. Der portfoliobereinigte Vorjahreswert für die Auftragseingänge lag bei rund 519 Mio.€. Der Auftragsbestand zum 30. Juni 2020 belief sich auf 656 Mio.€ nach portfoliobereinigt rund 652 Mio.€ im Vorjahr. Ein spürbarer negativer Einfluss der Pandemie auf die Auftragseingangssituation ist nicht zu verzeichnen gewesen.

Geschäftsbereich Core Components

Die Auftragseingänge im ersten Halbjahr 2020 lagen mit 187,4 Mio. € erwartungsgemäß unter dem hohen Vorjahreswert von 243,9 Mio.€. Der Rückgang war insbesondere auf im Vorjahr gewonnene Großaufträge in China im Geschäftsfeld Fastening Systems und in Australien im Geschäftsfeld Tie Technologies zurückzuführen. Während im Geschäftsfeld Fastening Systems der Auftragseingang wie erwartet zurückging, erzielte das Geschäftsfeld Tie Technologies in den ersten sechs Monaten 2020 deutlich höhere Auftragseingänge, insbesondere in den USA im Transit-Geschäft sowie in Mexiko. Das Book-to-Bill-Verhältnis im ersten Halbjahr 2020 lag bei 1,14. Der Auftragsbestand zum 30. Juni 2020 lag bei 295,3 Mio.€ (Vorjahr: 316,5 Mio.€). Umsatzseitig blieb der Geschäftsbereich Core Components auf Vorjahresniveau bei 164,7 Mio.€ (2019: 164,8 Mio.€). Umsatzzuwächse im Geschäftsfeld Tie Technologies, insbesondere in Australien, konnten geringere Umsätze im Geschäftsfeld Fastening Systems, vor allem in China, ausgleichen. Das EBIT legte im Berichtszeitraum begünstigt durch den Effekt aus der Übergangskonsolidierung eines chinesischen Joint Ventures im Geschäftsfeld Fastening Systems deutlich von bereinigten 19,2 Mio.€ auf 27,9 Mio.€ zu. Das EBIT war in diesem Geschäftsbereich im ersten Halbjahr nur gering durch COVID-19 beeinflusst. Die EBIT-Marge betrug 16,9 % (Vorjahr bereinigt: 11,7 %).

Geschäftsbereich Customized Modules

Im Geschäftsbereich Customized Modules summierten sich die Auftragseingänge im ersten Halbjahr 2020 auf 251,2 Mio.€ und lagen portfoliobereinigt über dem Vorjahr (223,3 Mio.€). Dies entspricht einer Steigerung von 12,5 %. Das Book-to-Bill-Verhältnis in den ersten sechs Monaten 2020 lag bei 1,35. Diese sehr positive Entwicklung wurde unter anderem durch höhere Auftragseingänge in Polen und Finnland getrieben. Der Auftragsbestand zum 30. Juni 2020 betrug 337,8 Mio.€ (Vorjahr portfoliobereinigt: 312,7 Mio.€). Die Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2020 in Höhe von 186,5 Mio.€ lagen vor allem aufgrund der Portfolioänderungen unter dem Vorjahreswert von 231,7 Mio.€. Im Vorjahreswert sind 30,1 Mio.€ aus inzwischen veräußerten Aktivitäten enthalten. Die Umsatzentwicklung ist darüber hinaus wesentlich von der COVID-19-Pandemie beeinträchtigt gewesen. Insbesondere an den französischen Standorten, die von temporären Produktionsstilllegungen betroffen waren, war im ersten Halbjahr 2020 ein spürbarer Umsatzrückgang zu verzeichnen. Dagegen konnten vor allem in Polen und in Finnland die Umsätze gesteigert werden. Das EBIT und die EBIT-Marge des Geschäftsbereichs konnten trotz der COVID-19-Auswirkungen auf 8,7 Mio.€ (Vorjahr bereinigt: 7,7 Mio.€) bzw. 4,7 % (Vorjahr bereinigt: 3,3 %) gesteigert werden. Die Verbesserung geht im Wesentlichen auf die Erfolge aus dem Maßnahmenprogramm zurück, die die signifikanten Belastungen aus COVID-19 mehr als ausgleichen konnten.

Geschäftsbereich Lifecycle Solutions

Im Geschäftsbereich Lifecycle Solutions lagen die Auftragseingänge mit 60,4 Mio.€ auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 60,7 Mio.€). Gleichermaßen blieb der Auftragsbestand mit 23,7 Mio.€ (Vorjahr: 24,7 Mio.€) stabil. Die Umsätze lagen im ersten Halbjahr 2020 mit 47,2 Mio.€ ebenfalls auf Vorjahresniveau (48,8 Mio.€). Während geringere Umsätze aus den Verkäufen von Maschinen für die Instandhaltung des Fahrwegs Schiene realisiert wurden, stiegen die Umsatzbeiträge aus den Bereichen Logistik und Stationäres Schweißen an. Im ersten Halbjahr 2020 erzielte Lifecycle Solutions mit 1,1 Mio.€ ein EBIT leicht unter Vorjahr (Vorjahr bereinigt: 1,5 Mio.€). Die EBIT-Marge betrug daher 2,2 % (Vorjahr bereinigt: 3,2 %). Die Werte waren im ersten Halbjahr 2020 durch COVID-19 belastet. Ohne die COVID-19-Effekte wäre ein Anstieg des Ergebnisses und der Profitabilität gegenüber Vorjahr zu verzeichnen gewesen. Mit Blick auf das Geschäft zeigten die Bereiche Stationäres Schweißen und Logistik eine positive EBIT-Entwicklung, während das EBIT aus dem Instandhaltungsbereich geringer war. Für den Instandhaltungsbereich wird in der zweiten Jahreshälfte eine deutliche Verbesserung der Profitabilität erwartet.

Vossloh Locomotives erfolgreich veräußert

Mit dem lange angestrebten und Ende Mai schlussendlich erfolgreich vollzogenen Verkauf der stark verlustbehafteten Vossloh Locomotives hat der Vossloh-Konzern einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Mit dem Vollzug dieser Transaktion kommt ein mehrjähriger Prozess der Fokussierung auf die Bahninfrastruktur zum Abschluss. Die Mittelzuflüsse aus dem Verkauf decken die Zahlungsabflüsse der Einheit im ersten Halbjahr zum Großteil ab. Ein Grund, weshalb die Nettofinanzschuld in Höhe 386,4 Mio.€ zum Ende des ersten Quartals 2020 trotz der vor allem im zweiten Quartal wesentlichen COVID-19-Auswirkungen auf 358,0 Mio.€ zum Ende Juni 2020 gesunken ist.

Mitarbeiter

Ein wesentlicher Baustein des 2019 durchgeführten Maßnahmenprogramms war die Reduktion der Mitarbeiteranzahl. Entsprechend verringerte sich die Anzahl der Mitarbeiter zum 30. Juni 2020 um 378 auf 3.487 im Vergleich zum Vorjahr.

Ausblick

Auf Basis der heutigen Erkenntnisse, einer sorgfältigen Risikoabschätzung sowie unter Hinweis auf die offensichtlichen Unwägbarkeiten bezüglich der weiteren Auswirkungen der COVID-19-Pandemie rechnet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2020 weiterhin mit Umsätzen im Rahmen des bisherigen Ausblicks von 900 Mio.€ bis 1 Mrd.€. Aufgrund von möglichen Umsatzverschiebungen wird davon ausgegangen, dass die Umsätze am unteren Ende des Prognosekorridors liegen werden. Weitere Umsatzverschiebungen in die Folgejahre, die zu Umsätzen von leicht unter 900 Mio.€ führen könnten, sind aus heutiger Sicht nicht vollständig auszuschließen. Zugleich rechnet der Vorstand, begünstigt durch den beschriebenen Effekt im Zusammenhang mit der Übergangskonsolidierung eines chinesischen Joint Ventures, weiterhin fest mit einer EBIT-Marge zwischen 7 und 8 Prozent, was einer EBITDA-Marge von 12 bis 13 Prozent entspricht.

Pressemeldung Vossloh

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