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Donnerstag, 16 November 2017 13:49

NEE: Konflikte um emissionsarme Mobilität durch mehr Schiene entschärfen - Brief an die Vorsitzenden von CDU, CSU, FDP und Bündnis 90/DIE GRÜNEN:

Schreiben des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen an die Vorsitzenden von CDU, CSU, FDP und Bündnis 90/DIE GRÜNEN:

An die Vorsitzenden von CDU, CSU, FDP und Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,
sehr geehrte Frau Peter,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident Seehofer,
sehr geehrter Herr Lindner,
sehr geehrter Herr Özdemir,

eines der programmatischen Dächer über den Sondierungsgesprächen zur Verkehrspolitik, die emissionsarme Mobilität, existiert bereits in der Praxis: der Schienenverkehr. Wir möchten Sie als Parteivorsitzende ermutigen, den großen Umweltvorsprung und die Potenziale der Schiene als Rückgrat des Verkehrssystems stärker als bisher in Betracht zu ziehen.

Ein überproportionales Wachstum von Schienenverkehren kann nachhaltig dazu beitragen, die an sich unstrittigen nationalen und europäischen Klima- und Luftreinhalteziele mit signifikanten Beiträgen auch des Verkehrssektors sicher zu erreichen und zugleich kurzfristig positive Effekte für Menschen, Wirtschaft und Umwelt auszulösen.

Der schon heute zu über 90 Prozent elektrisch betriebene Schienenverkehr hat die niedrigsten spezifischen Treibhausgasemissionen (z.B. im Güterverkehr nur ein Viertel der Werte des Lkw) und konnte seinen Umweltvorsprung in den vergangenen Jahren ausbauen. Er weist auch bei den gesundheitsrelevanten Stickoxid- und Feinstaubemissionen deutlich niedrigere spezifische Werte aus als die übrigen Verkehrsmittel. Verkehrsverlagerung auf die Schiene ist daher ein mächtiger Hebel, der bis dato in den Sondierungsgesprächen keine besondere Rolle gespielt zu haben scheint.

Mehr Schienenverkehr ist möglich und sinnvoll:

• Das vorhandene Netz hat Reserven und ist national wie international ausbaubar

• Mit den Wettbewerbsbahnen stehen moderne und wachstumsorientierte Akteure bereit

• Eine weitere Digitalisierung kann zusammen mit bereits verfügbaren und durch weitere Forschung entwickelbaren

• Technologien die Effizienz im Betrieb sowie für Reisende und Logistikkunden noch deutlich anheben

• Schließlich kann nur der Schienenverkehr heute und in mittlerer Zukunft den praxisfesten Einsatz von 100 Prozent erneuerbaren Energien für 100 Prozent der Verkehre gewährleisten.

Wir sind überzeugt, dass ein ambitioniertes Konzept für mehr Schienenverkehr große Strahlkraft hätte. Das vor nunmehr 30 Jahren in der Schweiz gestartete „Bahn 2000“-Konzept hat gezeigt, dass selbst langfristig angelegte Programme in der Bevölkerung als glaubwürdiges Signal für eine realistische, bezahlbare und umweltfreundliche Weiterentwicklung der Verkehrspolitik aufgefasst werden, wenn Sie breit verankert sind und mit Nachdruck verfolgt werden. Mit dem „Masterplan Schienengüterverkehr“ liegt auch hierzulande eine Blaupause für die wichtigsten Schritte im Schienengüterverkehr vor.

Mit freundlichen Grüßen

Ludolf Kerkeling
Vorstandsvorsitzender

Peter Westenberger
Geschäftsführer

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