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Dienstag, 04 Mai 2021 14:59

Deutschland/Tschechien: Aktueller Stand der Vorbereitungen zur Neubaustrecke Dresden - Prag

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Fotos DB AG/Susan Holtorp, Správa železnic.

DB Netz und die tschechische Bahnverwaltung Správa železnic haben am 04.04.2021 gemeinsam den aktuellen Stand der Vorbereitung der Neubaustrecke Dresden - Prag mit dem Schwerpunkt des grenzüberschreitenden Erzgebirgstunnels vorgestellt. Ziel des Projekts ist der Bau einer neuen Strecke, die die Reisezeit zwischen den beiden Städten auf nur eine Stunde verkürzt und den europäischen Personen- und Güterverkehr ankurbelt.

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Grafik Správa železnic.

Grundlage für die gemeinsame Zusammenarbeit ist eine Planungsvereinbarung, die von der Deutschen Bahn und Správa železnic im Jahr 2019 unterzeichnet wurde. "Unser neues Bauprojekt wird dafür sorgen, dass mehr Verkehr umweltfreundlich von der Straße auf die Schiene verlagert wird. Dies wird die Reise- und Transportzeiten deutlich reduzieren und zudem das europäische Schienennetz stärken. Das Projekt ist ein wichtiger Schritt für die internationale Vernetzung der Verkehrsnetze und wir bedanken uns bei den tschechischen Kollegen für die bisherige Zusammenarbeit", sagt Kay Müller, Projektleiter bei DB Netz.

"Das Neubauprojekt ermöglicht unter anderem die Integration der Tschechischen Republik in das Hochgeschwindigkeitsverkehrsnetz in Mitteleuropa. Das gemeinsame Projekt ist daher für den gesamten europäischen Schienenverkehr wichtig. Wir sind stolz darauf, Teil eines internationalen Projekts zu sein", betont Petr Provazník, Projektleiter bei der Bahnverwaltung.

Aktueller Stand des Projekts

Mit dem Projekt wird der bisher längste Eisenbahntunnel in Tschechien und Deutschland geschaffen. Er wird unter dem Erzgebirge verlaufen und die bestehende Strecke durch das Elbtal deutlich entlasten. Die Deutsche Bahn und Správa železnic arbeiten bei der Planung mit mehreren Tunnelvarianten mit unterschiedlicher Gesamtlänge und Streckenführung in Sachsen zusammen. Derzeit werden Erkundungsbohrungen bis zu einer Tiefe von 400 Metern durchgeführt, um den Untergrund zu untersuchen, weitere sind geplant. Darüber hinaus hat der deutsche Projektpartner Messstationen eingerichtet, die Auskunft über das Vorhandensein von Grundwasser geben. Ziel ist es, die Kenntnisse über die geologischen Gegebenheiten zu erweitern und diese in die weitere Vorbereitung des Projekts einzubeziehen. Am Ende der Vorplanung wird eine Entscheidung über die Vorzugsvariante in Sachsen getroffen, die vom Deutschen Bundestag bestätigt wird.

In der Region Ústí nad Labem wird die öffentliche Bekanntmachung mit der empfohlenen Trasse fortgesetzt, für die die Bahnverwaltung noch in diesem Jahr die Aufnahme in die Grundsätze der Raumordnung der Region Ústí nad Labem beantragen wird. Die Eisenbahnverwaltung bereitet die Beauftragung von naturwissenschaftlichen und geologischen Untersuchungen für den tschechischen Teil des Projekts und die Vorbereitung der Dokumentation für das Planungsverfahren für den Abschnitt Ústí nad Labem - Erzgebirgstunnel vor.

Für das gemeinsame Planungsgebiet wurden bisher sieben Ausschreibungen (u.a. Projektmanagement, Projektsteuerung und geologische Fachleistungen) erarbeitet und vergeben. Eine zwischenstaatliche Vereinbarung zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik für den Bau und den Betrieb dieser neuen Bahnverbindung wird derzeit vorbereitet.

Allgemeine Informationen zum Projekt

Die Bahnverbindung zwischen Dresden und Prag liegt auf dem europäischen TEN-T (Trans-European Transport Network)-Korridor mit der Bezeichnung Orient/Östliches Mittelmeer. Sie verbindet deutsche Nord- und Ostseehäfen mit Wirtschaftszentren in Südosteuropa, durchquert neun EU-Mitgliedstaaten - Deutschland, Tschechien, Slowakei, Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und Zypern - und bietet Verbindungen in die Türkei. Der Korridor ist daher von strategischer Bedeutung für den Güterverkehr.

Der Ausbau und die Beschleunigung der Bahnverbindung zwischen Dresden und Prag entlang der bestehenden Elbtalbahn ist insbesondere aus ökologischen und topographischen Gründen nicht möglich.

WKZ, Quelle Správa železnic

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