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Dienstag, 12 Dezember 2017 00:05

Kölner Stadt-Anzeiger: Kommunikationspannen führten zu Zugunglück in Meerbusch - Fahrdienstleiter mit wenig Berufserfahrung

Eine Serie von Kommunikationspannen zwischen zwei Stellwerken hat zu dem schweren Zugunglück von Meerbusch geführt, bei dem am vergangenen Dienstag 41 Menschen verletzt wurden. Nach Recherchen des "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag-Ausgabe) hat der Fahrdienstleiter des Stellwerks in Meerbusch-Osterath seinem Kollegen an der Abzweigung Weißenberg auf dessen Anfrage eine falsche Information übermittelt: Der Gleisabschnitt, den der Regional-Express 7 von Köln nach Krefeld befahren wollte, sei frei.

Das war ein Irrtum: In diesem Abschnitt stand zu diesem Zeitpunkt der Güterzug, auf den der Regional-Express wenig später auffuhr. Warum dem Fahrdienstleiter offenbar dieser Fehler unterlief, ermittelt die Bundesstelle für Eisenbahnunfall-Untersuchungen. Der Fahrdienstleiter in Weißenberg hat dem Regional-Express dann per Befehl die Freigabe erteilt, obwohl das Signal weiter auf Rot stand und es sich auf normalem Wege nicht umschalten ließ. Eine erneute Rückfrage bei seinem Kollegen hat es offenbar nicht gegeben.

Nach Informationen unserer Zeitung hatten die Fahrdienstleiter auf beiden Stellwerken relativ wenig Berufserfahrung. Sie sollen als Quereinsteiger aus anderen meist technischen Berufen zur Deutschen Bahn gewechselt sein - ein wegen des Fachkräftemangels durchaus übliches Verfahren. Die Ausbildung für Quereinsteiger dauert zwischen fünf und sechs Monate, eine Regelausbildung für die Arbeit auf einem Stellwerk bis zu drei Jahre.

Das Unglück hätte nach Informationen der Zeitung wesentlich schlimmere Folgen haben können. Dass der Aufprall des Regional-Express auf den Güterzug vergleichsweise glimpflich ablief, liegt daran, dass der Güterzug kurz zuvor grünes Licht bekommen hatte und schon losgefahren war. So war der Zug nicht auf ein stehendes Hindernis aufgeprallt.

Pressemeldung Kölner Stadt-Anzeiger

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Letzte Änderung am Dienstag, 12 Dezember 2017 06:56