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Mittwoch, 09 Juni 2021 14:06

GermanZero: Verkehr - vom Schlusslicht zum Vorreiter

Rund ein Fünftel aller Treibhausgasemissionen in Deutschland gehen auf den Verkehr zurück. Dabei lagen die Emissionen in diesem Sektor 2019 exakt auf dem gleichen Niveau wie 1990. Zu diesem anhaltend hohen CO2-Ausstoß beigetragen hat vor allem die Dominanz fossiler Kraftstoffe, die immer weiter steigende Zahl von PKW, immer schwerere Fahrzeugmodelle im Personenverkehr sowie das steigende Verkehrsaufkommen im Güterverkehr. Das 1,5-Grad-Gesetzespaket von GermanZero setzt an diesen Stellschrauben an, um den Sektor vom Schlusslicht zum Vorreiter auf dem Weg in die Klimaneutralität zu machen.

Die Autoindustrie hat bereits eigenständig begonnen, die Weichen für den nötigen Wandel zur emissionsfreien Mobilität zu stellen. Alle großen Hersteller wollen auf 100 Prozent elektrische Fahrzeugflotten umsteigen. Es ist deshalb entscheidend, dass die Politik die Rahmenbedingungen schafft, um diese Transformation zu beschleunigen. Das wichtigste Signal zum Aufbruch ist, dass ab 2025 keine neuen PKW mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden – was ausdrücklich nicht bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt keine Benzin- oder Diesel-PKW mehr auf den Straßen sein dürfen. Vielmehr geht es um die Rechnung, dass bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 10 Jahren die meisten dieser Fahrzeuge bis 2035 aus dem Verkehr ausscheiden müssen, um Klimaneutralität zu erreichen. Gleichzeitig gibt das Datum 2025 ein klares Signal für den notwendigen schnellen Ausbau der Infrastruktur für Elektromobilität.

Parallel zur Transformation des PKW-Verkehrs gilt es, Bahn und ÖPNV als Alternativen zum Individualverkehr deutlich zu stärken. Dafür gilt es ein Deutschlandtakt-Gesetz zu schaffen, das dafür sorgt, dass auch ländliche Regionen eine regelmäßige Fernverkehrsanbindung erhalten sowie den Kommunen durch Bundesgesetz die Möglichkeit zu geben, neue Einnahmequellen zum Ausbau des ÖPNV erschließen.

Vom massiven Ausbau der Bahn-Infrastruktur profitiert auch der Güterverkehr, der zunehmend auf die Schiene verlegt wird, wenn eine LKW-Maut die Umweltkosten des Transports auf der Straße widerspiegelt.

Wichtige Maßnahmen im 1,5-Grad-Gesetzespaket

Erstzulassung für Pkw mit Verbrennungsmotoren bis 2025 (GermanZero-Maßnahme: I.1.a.aa)
Pkw verursachen 59 % der Emissionen im Verkehr. Sie laufen im Schnitt zehn Jahre lang. Mit einem Erstzulassungsstopp für Verbrenner ab 2025 wird die Flotte 2035 klimaneutral.

Erstzulassung für Lkw mit Verbrennungsmotoren bis 2030 (GermanZero-Maßnahme: II.3.a, II.2.a)
Lkw sind für mehr als ein Drittel der Emissionen im Verkehr verantwortlich. Sie werden bis 2030 auf alternative Antriebe umgestellt und die Lkw-Maut an ihren CO2- Emissionen ausgerichtet.

Deutschlandtakt-Gesetz (GermanZero-Maßnahme: I.3.b)
Mehr Fahrten, kürzere Umsteigezeiten: Ein gesetzlicher, bedarfsorientierter Zielfahrplan sorgt für ausreichend getaktete Angebote.

Förderung des ÖPNV (GermanZero-Maßnahme: I.3.c, I.1.c) Bundesgesetze eröffnen den Kommunen künftig neue Quellen: City-Maut,
Arbeitgeberabgabe und Gebühren für Anwohnerparkplätze finanzieren den ÖPNV.

Neuer Luftverkehr-Emissionshandel (GermanZero-Maßnahme: III.1.a)
Ein separater Emissionshandel sorgt dafür, dass bis 2035 keine klimaschädlichen Energieträger mehr im innereuropäischen Luftverkehr zum Einsatz kommen.

Pressemeldung GermanZero e.V.

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Letzte Änderung am Mittwoch, 09 Juni 2021 14:09