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Freitag, 18 Juni 2021 12:18

NEE: Stürme, Hitzewellen, Schnee und Eis - Güterbahnen fordern Garantien von DB Netz

Zur heutigen Presseinformation der DB kommentiert das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen: "Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass sich die DB stärker als bisher auf Extremwetter einstellen möchte, aber Wetter darf ein für alle Mal kein Argument mehr sein, den Schienenverkehr stillzulegen!" kommentiert NEE-Vorstandsvorsitzender Ludolf Kerkeling.

Die Güterbahnen forderten von Bundesnetzagentur und Eisenbahn-Bundesamt, der DB-Netzsparte ein Leistungsversprechen aufzuerlegen. Bereits seit der Serie von Stürmen zwischen 2016 und 2018 fordert das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE), dass bei anspruchsvollen Wetterlagen die Infrastruktur nicht vorsorglich gesperrt wird und auch bei massiven Störungen schnellstmöglich, spätestens aber nach 24 Stunden, wieder betriebsbereit sein muss.

Die Güterbahnen wollen, dass die "Betriebspflicht" des Schienennetzes aus § 4 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes konkretisiert und durchgesetzt wird. Die DB Netz müsste dafür ausreichend eigenes Personal einplanen oder Partner unter Vertrag nehmen, Equipment bereithalten und die Prävention verstärken.

Kerkeling: "Im Februar wurde DB-intern seelenruhig zugeschaut, als teils auch sechs Tage nach dem Ende der Schneefälle noch Strecken nicht befahrbar waren. Vor drei Jahren wurde in kurzen Intervallen immer wieder wegen Stürmen die Güterversorgung unterbrochen. Das geht gar nicht und es muss vor allem nicht so sein. Die Eisenbahn ist auch bei Extremwetterlagen das geeignetste Verkehrsmittel - das zeigen zahlreiche europäische Nachbarn."

Kerkeling wies darauf hin, dass auch vier Monate nach dem gut einwöchigen "Winterdesaster" im DB-Schienennetz die Untersuchungen der Behörden offensichtlich noch nicht abgeschlossen seien.

Beim "Runden Tisch Kapazität" haben Vertreter der Güterbahnen ihre Forderungen am Donnerstag bekräftigt. Die Festlegung eines prioritären Netzes sei nicht erforderlich, damit würden nur überlange Stillstandszeiten legitimiert, die es einfach nicht geben dürfe.

Kerkeling abschließend: "Wetter ist für die Eisenbahn seit fast 200 Jahren ein nicht steuerbarer Faktor, doch es kommt vor allem auf den Umgang mit und die Vorbereitung auf extreme Wetterlagen an. Die Herausforderungen des Klimawandels und die Hoffnungen der Politik und der Menschen auf eine wichtigere Rolle der klimafreundlichen Schiene müssen jetzt angenommen werden. Betriebseinstellungen halten wir für unzulässige Kapitulationen vor fast immer leistbaren Aufgaben."

Pressemeldung NEE

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