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Samstag, 18 September 2021 13:00

Leserbrief: Elektrifizierungen als Klimaschutzmaßnahme

In Deutschland wird - dank der Bundestagswahl Ende September - viel über Klimawandel und Mobilitätswende geredet. Ich schwelge derzeit ein wenig in Nostalgie, und lese aus der Verlagsgruppe Bahn (VGB) die Ausgabe "Neubau-Elloks der DB / Die Baureihen E10, E40, E41, E50 und E03" (ISBN 978-3-8375-1395-0). Was ich dort gelesen habe, müsste unseren Politikern die Schamesröte ins Gesicht treiben.

Denn... Ich habe mal recherchiert, und Wikipedia schreibt in einer Chronik der Streckenelektrifizierung in Deutschland seit 1994 (in Ausschnitten):

Elektrifizierungen im Netz der DB
• 2010: 090,9 km
• 2011: 043,0 km
• 2012: 010,5 km
• 2013: 115,4 km (davon ca. 74 km Leipzig-Hof)
• 2014: 036,0 km
• 2015: 100,4 km (VDE 8)
• 2016: 000,0 km (!)
• 2017: 106,8 km (VDE 8)
• 2018: 064,0 km
• 2019: 116,9 km
• 2020: 164,2 km (davon ca. 157 km ABS München-Lindau)
• 2021: 159,1 km (davon ca. 125 km Südbahn Ulm-Lindau)

geplant
• 2022: 166,5 km (davon ca. 60 km NBS Wendlingen-Ulm)
• 2023: 031,1 km
• 2024: 013,7 km
• 2025: 107,1 km

Da reibt sich der geneigte Leser doch sehr die Augen, wenn er folgende Zahlen ließt (Quelle siehe oben):
• 1957: ca. 465 km
• 1958: ca. 575 km
• 1965: ca. 837 km
• 1968: ca. 825 km

Oder jahresübergreifend dargestellt wurden von 1957 bis 1968 (also in gut 10 Jahren) fast 6000 km unter Fahrdraht genommen, bis Mitte 1972 kamen nochmals ca. 2000 km hinzu!

Ich mag mir außerdem gar nicht das Ergebnis vorstellen, wenn ich den Saldo aus Streckenneubauten und Reaktivierungen gegenüber den Streckenstilllegungen bilden würde.

Zugegeben ist die Ausgangssituation 1957 / 2010 eine andere, aber wenn allein der Ausbau der Rheintalbahn Karlsruhe-Basel am Ende 60 (in Buchstaben "sechzig"!) Jahre gedauert haben wird, sagt dies doch sehr viel über die eigentlichen Probleme aus.

Wolfgang Hauke

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