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Donnerstag, 08 März 2018 08:27

GDL Frankfurt/M: Elektrifizierte Autobahnen alleine sind keine Lösung

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Fotos GDL/Lars Wachsmuth.

Der Vorstand der Ortsgruppe Frankfurt der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer betrachtet den Baubeginn einer elektrifizierten Autobahn auf der A5 im Rhein-Main Gebiet kritisch und fragwürdig. Lars Wachsmuth, Vorsitzender der Ortsgruppe Frankfurt/M hierzu: „Das Konzept schwere Güter per elektrifizierter Anlagen, sicher von A nach B zu befördern, existiert bereits und heißt Eisenbahn“.

Seit Jahren fordert die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer den Ausbau der Schienen-Infrastruktur. In vielen Ballungszentren siedeln sich immer mehr Firmen an, welche ohne Schienenanbindung zwangsläufig auf den Transport durch LKW angewiesen sind. Keine Frage, dass in diesen Fällen die Idee einer umweltfreundlichen Lösung sehr begrüßt wird, doch schaut man einige Jahre zurück so entdeckt man den Fehler im System und das stiefmütterliche Verhalten gegenüber der Eisenbahn.
So gab es bis zur Bahnreform genügend Gleisanschlüsse für Industriegebiete und Groß-Firmen. Es gab zahlreiche Verlade- und Rangierbahnhöfe um die Güter zu sortieren und auf den Weg quer durch Deutschland und Europa zu schicken. Umweltfreundlich – wohl gemerkt!

„Die Regierung und der Bund sind ihrer Pflicht und Verantwortung als Eigentümer in den letzten Jahren nicht nachgekommen und haben diese sogar vernachlässigt“, so Lars Wachsmuth.
„Das Schienennetz ist in den letzten 20 Jahren um mehr als 10.000 km geschrumpft. Anschlüsse und sogar ganze Strecken wurden stillgelegt“.
So betrachtet man zum Beispiel auch die Schienenanbindung an das Güter-Terminal des Frankfurter Flughafen. Als einer der größten Flughäfen Europas mit einer hohen Menge an Cargo-Flügen kann und wird der Flughafen nur noch per LKW angefahren, obwohl der Gleisanschluss noch vorhanden ist. „Nun beginnt man in der Nähe dieses gigantischen Logistikstandorts eine elektrische Gummi-Eisenbahn auf der A5 zu errichten. Noch deutlicher als hier kann man die Bevorzugung des LKW und die Verschwendung von Millionen Steuergeldern nicht vor Augen geführt bekommen“, mahnt Wachsmuth.

Ein Ausbau von elektrischen Autobahnen kann nicht alleine die Allzwecklösung für Umwelt und Klimaschutz sein, denn beim Stichwort „Feinstaub“ reden wir auch vom Abrieb der Gummireifen und vom Bremsstaub zahlreicher Straßenfahrzeuge. Alles Faktoren, welche im Vergleich zur Eisenbahn weiterhin, auch bei Elektroantrieben, eine Umweltbelastung darstellen. Bestehende Systeme sollten weiterhin genutzt und ihrem Zweck nach ausgebaut werden.

So sieht der Vorstand der GDL Ortsgruppe Frankfurt/M nur dann einen Vorteil für Umwelt und Entlastung der deutschen Straße, wenn derartige Systeme miteinander verknüpft werden. Gerade im Rhein-Main Gebiet biete sich eine Kombination aus Beidem an. Der LKW, welcher mit Akku-Zelle, Wasserstoff oder anderen Umweltfreundlichen Antrieben verbaut ist, nimmt seine Ware auf und bringt diese über eine kurze Distanz zum nächsten Verladebahnhof. Von dort geht der Transport mit der Bahn weiter bis zum dem Ziel naheliegenden Bahnhof. Dort setzt für den Zieltransport der umweltfreundliche LKW wieder ein.

Eine Autobahn, finanziert von Steuergeldern, über mehrere Hundert Kilometer mit einem System ausgerüstet, welches wir bereits nutzen, nur leider vernachlässigen, kann nicht zielführend für die Entlastung der Autobahnen in Deutschland sein. Im Vergleich: Ein Lokomotivführer kann für über 2.000 Tonnen Fracht alleine verantwortlich sein und diese Fracht über weite Strecken mit wenig Kraftaufwand überwinden. Der Wirtschaftsfaktor hat bei der Eisenbahn somit deutlich gewonnen.

Der Vorstand der Ortsgruppe Frankfurt der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer fordert deshalb, explizit im Raum Frankfurt und das Rhein-Main Gebiet, die Straße durch Nutzung der Eisenbahn zu entlasten und bei Entstehung neuer Entwicklungen diese miteinander zu verknüpfen, um tatsächlich einen umweltfreundlichen Erfolg zu erzielen!

Pressemeldung Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Ortsgruppe Frankfurt/M

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