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Donnerstag, 22 März 2018 15:15

Transdev: Gleiche Ampelschaltung für alle Bahnen gefordert

An der roten Ampel warten, während andere rechts und links ungehindert vorbeirauschen: Dieser Autofahrer-Albtraum ist für viele Pendler im Schienenpersonennahverkehr bittere Realität. Auch 20 Jahre nach der Liberalisierung des Schienenverkehrs in Deutschland besteht zwischen den Eisenbahnverkehrsunternehmen immer noch eine Ungleichbehandlung: Eine unfaire Ampelschaltung auf dem oft überlasteten Schienennetz bevorzugt nicht nur den schnelleren Fernverkehr, sondern oft auch den langsameren Güterverkehr.

In einem kurzweiligen Erklärvideo fordert die Transdev-Gruppe, Deutschlands größter privater Betreiber von Bahn- und Busverkehren, gleiche Ampelschaltungen für alle.

„Hier steh‘ ich mal wieder. Schon wieder bin ich unpünktlich“, seufzt zu Beginn des Erklärvideos ein animierter Zug der MittelrheinBahn, einer Bahn der Transdev-Gruppe. Denn er ist auf der linken Rheinstrecke zwischen Mainz und Köln oft verspätet unterwegs – und das ohne eigene Schuld. Dabei sei er selbst doch ein sehr pünktlicher und zuverlässiger Typ, erklärt der Zug weiter. Im rund eineinhalbminütigen Erklärfilm, der auf der Transdev-Webseite aufgerufen werden kann, werden die Benachteiligung der Wettbewerbsbahnen bei der Trassennutzung gegenüber den Zügen der Deutschen Bahn (DB) und die daraus resultierenden Schäden für Pendler und Steuerzahler thematisiert.

Viele Streckenabschnitte auf dem Schienennetz in Deutschland sind mittlerweile überlastet. Viele Streckenabschnitte auf dem Schienennetz in Deutschland sind mittlerweile überlastet. „Vor kurzem hat die DB Netz AG auch den Abschnitt von Hürth-Kalscheuren nach Remagen für überlastet erklärt“, erläutert Dr. Tobias Heinemann, Sprecher der Geschäftsführung der Transdev GmbH. „Dies führt dazu, dass unsere Nahverkehrszüge nicht nur ICEs oder Intercitys der DB, sondern oft auch langsamere Güterzüge vorbeilassen müssen.“

Dr. Tobias Heinemann, Sprecher der Geschäftsführung der Transdev GmbH: "Oft unterlässt DB Netz auch die erforderliche Abstimmung und gesetzlich vorgeschriebene Koordinierung zwischen den Verkehrsunternehmen, sodass unsere Züge unpünktlicher werden und wir daher Strafen an die Aufgabenträger zahlen müssen."

Wie in dem Erklärvideo deutlich wird, leiden die Pendler gleich auf doppelte Weise: Einerseits kommen sie zu spät zur Arbeit, zur Schule oder zum gemeinsamen Abendessen, andererseits entsteht ihnen – und allen anderen Steuerzahlern – ein finanzieller Schaden. Denn der Nahverkehr wird vom Staat subventioniert. „Und dennoch muss er gegenüber dem Fern- und Güterverkehr, dessen Entgelt für die Schienennutzung komplett in die Kassen der DB fließt, viel zu oft zurückstecken.

"Das kann nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger sein. Wer das Monopol für die Infrastruktur beansprucht, muss auch seine Qualitätsansprüche gegenüber den Verkehrsunternehmen erfüllen."

Die Lösung des Problems verrät der Zug im Transdev-Video: DB Netz müsse alle Bahnunternehmen gleich behandeln und ihre gesetzlich vorgesehene Koordinierungsfunktion zwischen den Verkehrsunternehmen besser wahrnehmen. „Damit alle sicher, komfortabel und vor allem pünktlich an ihr Ziel kommen – das wär was!“, sagt der Zug und schließt so.

Pressemeldung Transdev

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