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Dienstag, 24 April 2018 14:52

Transdev: Forderung nach fairem Wettbewerb beim Fahrkartenvertrieb

Die Transdev-Gruppe, Deutschlands größter privater Mobilitätsanbieter, fordert faire Bedingungen beim Verkauf von Bahntickets durch alternative Anbieter. Insbesondere beim Verkauf über Online-Kanäle und Smartphones sehen sich die Wettbewerber der Deutschen Bahn (DB) weiterhin massiv behindert.

In dem animierten Kurzfilm, der auf der Transdev-Webseite zur Verfügung steht, will ein Fahrgast im Bahnhof Rosenheim ein Ticket kaufen und hat die Wahl zwischen einem roten DB- und einem blauen Transdev-Automaten. Konnten DB-Wettbewerber bislang nur Fahrkarten für den Nahverkehr verkaufen, so haben sie demnächst nach jahrelangem Ringen endlich die Möglichkeit, auch Fernverkehrstickets über ihre eigenen Vertriebskanäle anzubieten. Dies wurde erst nach der Durchführung eines Missbrauchsverfahrens durch das Bundeskartellamt im Mai 2016 möglich. Allerdings bleiben weiterhin große Hürden und Einschränkungen.

Dr. Tobias Heinemann, Sprecher der Geschäftsführung der Transdev GmbH: Die Umsetzung der DB-Verpflichtung, den Vertriebsmarkt weiter zu öffnen, ist bisher sehr schleppend verlaufen. Auch wenn wir demnächst unseren Kunden an unseren Automaten Fernverkehrstickets verkaufen werden, sind noch viele wichtige Fragen mit der DB ungeklärt. Dabei würden wir gerne loslegen und den Zugang zum System Bahn insbesondere über mobile Anwendungen einfacher und kundenfreundlicher gestalten.

Die andauernde Behinderung der Wettbewerber zeigt der Erklärfilm anhand einer weiteren Szene, die am Hauptbahnhof in Leipzig spielt. Eine Kundin möchte ihr Ticket für die Fahrt über München in ihren Heimatort Rosenheim mit der bayerischen Transdev-App erwerben. Die Verbindungen im Fern- und Nahverkehr werden ihr in der App angezeigt, der Ticketverkauf ist aber nicht möglich, da die DB den Verkauf von Fernverkehrstickets über alternative mobile Anwendungen generell verbietet und nur sehr eingeschränkt den Verkauf von Nahverkehrsverbindungen ermöglicht. Die sichtlich verärgerte Kundin im Video ist schließlich gezwungen, die entsprechende DB-App auf ihrem Smartphone zu installieren – selbst wenn die App des Wettbewerbers bessere Bewertungen hat und kundenfreundlicher aufgebaut ist.

Dr. Tobias Heinemann, Sprecher der Geschäftsführung der Transdev GmbH: Ausgerechnet dort, wo sich mit der Digitalisierung neue Möglichkeiten ergeben, den Fahrgästen das Reisen so einfach und angenehm wie möglich zu gestalten, blockiert die DB.

„Einerseits sagt die DB, dass sie den Kunden in den Mittelpunkt stelle und alles kundenfreundlicher gestalten wolle. Aber immer dann, wenn die Wettbewerber das Unternehmen beim Wort nehmen und den Zugang zum System Bahn für alle Fahrgäste vereinfachen wollen, handelt die DB ausgerechnet nicht kundenfreundlich. Die geringen Nutzungszahlen des mobilen Vertriebs im Nahverkehr beweisen es. Ähnlich sieht es beim Ticketverkauf am Schalter aus.”

Dr. Tobias Heinemann, Sprecher der Geschäftsführung der Transdev GmbH: Selbst wenn Fahrgäste einen Teil ihrer Fernstrecke in unseren Zügen wie etwa beim Meridian in München zurücklegen, dürfen wir ihnen nur dann Tickets für die komplette Reise an unseren Kundencentern verkaufen, wenn die DB uns dies gestattet – und dies tut sie oft nicht. Das ist keinem Fahrgast zu vermitteln.

Die Transdev-Gruppe fordert daher das uneingeschränkte Verkaufsrecht für alle Relationen aller Tarife, die auch in Transdev-Zügen anerkannt werden. „Viele Nahverkehrskunden sind auch Fernverkehrskunden im Vor- und Nachlauf ihrer Reisen. Deshalb müssen die Wettbewerber uneingeschränkt auf allen Kanälen das Vertriebsrecht für Fernverkehrstickets erhalten“, stellt Dr. Heinemann fest. Ansonsten werde es den Verkehrsunternehmen nicht gelingen, mehr Fahrgäste für den öffentlichen Verkehr zu gewinnen. Und das müsse doch das Ziel der gesamten Branche sein.

Pressemeldung Transdev

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