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Donnerstag, 07 Juni 2018 07:05

DSGVO: Darf beim Online-Ticket nach dem Namen gefragt werden?

Beim Kauf eines Tickets am Fahrkartenschalter braucht der Kunde seinen Namen nicht anzugeben. Beim Kauf eines Online-Tickets wird nach einem Identitätsnachweis wie Kreditkarte oder Personalausweis gefragt. Da Passagiere, die ein Ticket am Fahrkartenschalter gekauft haben, bei der Kontrolle ihren Personalausweis nicht vorzeigen müssen, warum müssen Personen mit einem Online-Ticket dies tun? Diese Frage stellte ein litauischer Rechtsanwalt in Polen in seiner Beschwerde an den Präsidenten des Amtes für den Schutz personenbezogener Daten (GIODO).

Dem Litauer gefällt nicht, dass beim Kauf eines Tickets online oder über eine mobile Anwendung der Name eingegeben werden muss. Bei der Kontrolle bittet der Schaffner um einen Nachweis und prüft, ob die Daten dem entsprechen, was auf dem gedruckten Ticket steht.

Die Notwendigkeit der Angabe des Vor- und Nachnamens verstößt nach Ansicht des Rechtsanwalts gegen die neuen Vorschriften zum Schutz personenbezogener Daten, der berühmten EU-Datenschutzverordnung (DSGVO). Er weist darauf hin, dass ein Unternehmen laut DSGVO nur solche Daten verarbeiten sollte, die zur Erreichung des Zwecks, für den sie erhoben wurden, unbedingt erforderlich sind.

Wenn man ein Ticket kauft, scheint es nicht notwendig zu sein, den Namen anzugeben. Zumal, wenn es am Fahrkartenschalter ohne Ausweis funktioniert. "Da Tickets, die nicht den Namen des Fahrgastes enthalten, ordnungsgemäß funktionieren, kann nicht davon ausgegangen werden, dass Tickets für die gleiche Dienstleistung, die aber auf andere Weise verkauft werden, den Namen des Fahrgastes erfordern, damit sie ordnungsgemäß funktionieren", schrieb der Rechtsanwalt in der Begründung seiner Beschwerde.

PKP Intercity argumentiert gegenüber der "Gazeta Prawna", dass ein selbstgedrucktes Ticket keine Sicherheitsmerkmale hat und daher mehrfach gedruckt und von mehreren Personen verwendet werden könnte.

Wer in Polen Recht hat, entscheidet letztlich das Amt für den Schutz personenbezogener Daten.

WKZ, Quelle Money.pl

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