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Montag, 18 Juni 2018 07:10

Deutsche Bahn: Vorerst keine ICE nach London

Die Deutsche Bahn hat ihre Pläne für den internationalen Hochgeschwindigkeitsverkehr von London nach Köln und Frankfurt wegen "Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld" zurückgestellt. Wie die britische Zeitung The Independent berichtet, würden die Verkehre nach London "in absehbarer Zeit nicht mehr auf der Agenda stehen", obwohl im März noch von einem Start etwa 2020 berichtet wurde.

Ein Sprecher des öffentlichen Unternehmens sagte zu The Independent: "ICE-Direktverbindungen nach London werden in absehbarer Zeit nicht auf der Tagesordnung stehen." Ausschlaggebend seien technische und wirtschaftliche Gründe: Die ICE-Baureihe 407 sei in Belgien noch nicht zugelassen und das wirtschaftliche Umfeld hätte sich durch den Preiswettbewerb mit Billigfluggesellschaften deutlich verändert.

Die Deutsche Bahn hatte bereits frühzeitig mit den Vorbereitungen für den Betrieb der Züge begonnen und im Jahr 2013 erfolgreich ein Sicherheitszertifikat für den Verkehr durch den Ärmelkanaltunnel erhalten. Eine ICE-Einheit wurde zu Werbezwecken sogar in London St. Pancras ausgestellt.

Eurostar konnte inzwischen zwar den direkten Verkehr von London nach Amsterdam aufnehmen, aber die Grenzkontrollen gestalten den Ablauf der Rückfahrten kompliziert, da die Passagiere derzeit in Brüssel umsteigen müssen, weil Großbritannien dem Schengen-Raum nicht angehört und der Amsterdamer Bahnhof nicht über die entsprechenden Einrichtungen verfügt.

Andererseits bereitet der britische Hochgeschwindigkeitsbetreiber High Speed One (HS1) Hochgeschwindigkeitsverbindungen von London nach Bordeaux als schlüsselfertiges Produkt vor und hat in Aussicht gestellt, solch ein Produkt auch nach Frankfurt und Genf anbieten zu wollen.

WKZ, Quelle The Independent

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Letzte Änderung am Montag, 18 Juni 2018 07:12