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Donnerstag, 13 Dezember 2018 12:35

Bundestag: Bahn-Vorstand informiert über ICE-Brand

Aus den bisherigen Ergebnissen der Untersuchung des Brandes eines ICE-Zuges am 12. Oktober 2018 haben sich nach Aussage von Philipp Nagl, Vorstand Produktion der DB Fernverkehr AG, keine Hinweise auf Instandsetzungsmängel ergeben. Das sagte der Bahnvertreter am Mittwoch vor dem Verkehrsausschuss. Ebenso könne aktuell eine Überbrückung des sogenannten Buchholz-Relais - einer elektrischen Schutzeinrichtung in flüssigkeitsisolierten Leistungstransformatoren - als Brandursache ausgeschlossen werden. "Das Relais war nicht überbrückt, sondern hat konform ausgelöst", sagte Nagl vor den Abgeordneten.

Erwiesen sei, das Transformatoröl ausgetreten sei und sich entzündet habe. Untersucht würden daher die Transformatoren aber auch Nebenaggregate wie Trafoölpumpe und Trafoölkühler. Da es sich bei den Transformatoren um eine dauerfeste Baugruppe handle, würden diese während der regelmäßigen Wartung nicht geöffnet, erläuterte Nagl. Sie seien nach Auskunft des Herstellers für die lebenslange Nutzungsdauer eines Zuges konzipiert.

Auch wenn die Brandursache durch die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) noch nicht abschließend geklärt sei, habe die Bahn Maßnahmen ergriffen, sagte der DB Fernverkehr Vorstand. So würden künftig die Transformatoren engmaschiger überprüft. Zusätzlich seien schon vorhandene Prüfverfahren weiterentwickelt worden. Überprüft würden zudem die Brandschutzkonzepte.

Nagl machte zugleich deutlich, dass die im Zusammenhang mit dem Brand eingeleiteten Notfallprozesse "völlig richtlinienkonform" funktioniert hätten. Die Mitarbeiter an Bord hätten genau das getan, was in solchen Fällen vorgegeben sei. Es sei zu einer völlig ruhigen Evakuierung der etwa 500 Reisenden gekommen, sagte der Bahn-Vertreter. Dabei habe der Grundsatz gegolten: Erst retten, dann löschen. Die in den Medien gezeigten Bilder eines mit lodernden Flammen brennenden Zuges habe es erst deutlich nach der Rettung der Passagiere gegeben, betonte Nagl.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), Enak Ferlemann (CDU), kündigte an, dass vom BEU spätestens ein Jahr nach dem Unfall ein Bericht vorgelegt werde. Sollte ein Abschlussbericht dann noch nicht möglich sein, werde es einen Zwischenbericht geben. Eventuelle Konsequenzen seitens des BMVI könnten erst nach Abschluss der Untersuchungen gezogen werden, sagte Ferlemann.

Pressemeldung Bundestag

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