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Mittwoch, 13 März 2019 10:09

Österreich: Fraktion christlicher Gewerkschafter fordert drastische Preissenkungen bei öffentlichen Verkehrsmittel

Wenn es der Bunderegierung und der Stadt Wien wirklich ein ernstes Anliegen wäre, die Umwelt nachhaltig zu schützen und den Klimawandel wirksam einzubremsen, dann müsste man den Pendlern im Ballungszentrum Wien bei ihren Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihren Arbeitsplätzen eigentlich einen Nulltarif bieten. Eine deutliche Senkung des CO2-Ausstoßes, hohe Einsparung von Treibstoffen, eine gesundheitsfördernde Reduktion von Feinstaub- und Lärmquellen an den Stadteinfahrten wären die Sofortfolgen.

„Freie Fahrt auf den Öffis würde die Umwelt nachhaltig schützen und die Pendler unterstützen“, prescht FCG-ÖAAB-Fraktionssekretär Lazhar Nafati mit einer ungewöhnlichen Forderung zur AK-Wahl vor.

Nulltarif könnte Umwelt retten

Dass dies langfristig kein unerfüllbarer Wunsch bleibt, das beweise derzeit Luxemburg. Dort darf man ab 1. März 2020 gratis mit Bus, Straßenbahn und Zug unterwegs sein: Man braucht dann kein teures Ticket mehr, sondern nur seinen Ausweis. Luxemburg, das zweitkleinste Land in der EU, wird jedenfalls das erste Land der Welt mit Gratis-„Öffis“. Die Maßnahme soll die Bevölkerung zum Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn motivieren. Es sollen damit aber auch dramatische Umweltschäden, verursacht durch die zahlreichen Pendler, massiv reduziert werden. Das kleine Land will außerdem bis 2023 rund 2,2 Milliarden Euro in die Schiene investieren und alle Busse bis 2030 elektrisch umrüsten.

Lebensqualität gleich Null

Der Forderung seines Kollegen Nafati kann Fritz Pöltl, der FCG-ÖAAB Spitzenkandidat der Wiener AK-Wahl durchaus etwas abgewinnen. Und zwar nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes: „Bei 263.000 Einpendlern nach Wien sind die Umweltbelastungen natürlich nicht zu ignorieren. Die extrem hohen Kosten der Öffis und der steigende Zeitaufwand für den Weg zum Job bedeuten für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aber immer höhere Hürden und schränken deren Lebensqualität auch massiv ein.“

Drastische Senkung der VOR-Tarife

Die Ausweitungen der Kurzparkzonen – zuletzt in Simmering und im kommenden Sommer auch in Döbling – werden die Fahrt nach Wien weiter extrem verteuern. Umsteigen auf Öffis ist freilich nicht überall möglich und die Alternativen sind auch noch alles andere als billig:

So sind Wochen- und Monatskarten der ÖBB schon jetzt extrem teuer und schlagen für Pendlerinnen und Pendler etwa für die Fahrt von Wr. Neustadt nach Wien inkl. Kernzone mit etwa 2.160 € jährlich zu Buche (Urlaubswochen sind bereits abgezogen), die Monatskarte mit 1.944 €.

FCG-Spitzenkandidat Fritz Pöltl: „Wir fordern deshalb zumindest eine drastische Senkung der VOR-Tarife für alle Pendler. Dies würden die Umwelt schützen und die vielen Pendlerfamilien unterstützen.“

Pressemeldung Fraktion christlicher Gewerkschafter Wien

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Letzte Änderung am Mittwoch, 13 März 2019 10:14