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Freitag, 15 März 2019 07:05

Großbritannien: ORR und Gericht verhängen Geldbußen gegen GTR und DB Cargo

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Archivbilder von GTR-Zügen, wie sie auch heute noch auf der Thameslink-Strecke nördlich von London im Einsatz sind. Aufnahmen aus dem Bf. Luton Airport Parkway im Sept. 2016. Fotos Rüdiger Lüders.

Die britische Regulierungsbehörde ORR hat am 14. und 13.03.19 je eine Geldbusse gegen Govia Thameslink Railway und DB Cargo (UK) Ltd verhängt. Im ersten Fall geht es um das Chaos beim Fahrplanwechsel im Mai 2018, im zweiten um die fehlende Absicherung von Betriebsgelände gegen spielende Kinder. Die Gewerkschaft RMT ruft wieder zur Renationalisierung auf.

Govia Thameslink Railway

Der britische Bahnbetreiber Govia Thameslink Railway (GTR) wird mit einer Geldstrafe von 5 Mio. GBP belegt, nachdem das Office of Rail and Road (ORR) festgestellt hat, dass nach der Einführung eines neuen Fahrplans im vergangenen Mai keine angemessenen, genauen und rechtzeitigen Informationen für die Fahrgäste bereitgestellt wurden. GTR hat nun 21 Tage Zeit, um auf diesen Bußgeldbescheid zu reagieren.

Nach der schweren Störung durch die Einführung des Fahrplans vom Mai 2018 und den Ergebnissen einer anschließenden unabhängigen Untersuchung leitete das ORR eine weitere Untersuchung ein, ob GTR (auf seinen Strecken Thameslink und Great Northern) und Northern alles in ihrer Macht Stehende getan haben, um angemessene, genaue und rechtzeitige Informationen bereitzustellen, damit die Fahrgäste ihre Fahrten sowohl im Vorfeld der Fahrplaneinführung als auch während der nachfolgenden Unterbrechung planen und durchführen können.

Nach Prüfung substanzieller Beweise stellte das ORR fest, dass GTR zwar angemessene Maßnahmen ergriffen hat, um die Passagiere vor dem neuen Fahrplan auf die geplanten Änderungen aufmerksam zu machen. Nach dem Fahrplanwechsel am 20. Mai und in den darauffolgenden acht Wochen hat GTR aber nur unzureichend Maßnahmen zur Verbesserung der Dienstleistungen unternommen. Insbesondere wurden Züge dauerhaft aus dem Fahrplan genommen oder storniert, aber die Fahrgäste erst einige Wochen später klar informiert. Einige Züge waren als "Geisterzüge" nicht im Fahrplan enthalten und eine unzureichende interne Kommunikation stellte dem Personal an der Front keine Informationen zur Verfügung, um den Fahrgästen bei ihrer Reise zu helfen. Unter Berücksichtigung besserer Kundeninformationen nach der Fahrplanumstellung hat das ORR bei Northern keine weiteren Maßnahmen ergriffen.

Die Lokführergewerkschaft RMT kommentierte die Strafe wie folgt: "Diese Geldbuße ist ein weiterer bedeutungsloser Schlag auf das Risiko eines Unternehmens, das Leben der Passagiere und die Wirtschaft in kolossalem Ausmaß zu schädigen. Nach der Stornierung Tausender Züge und der Kriegsführung gegen die Guards ist dies eine gescheiterte Firma, die in der gescheiterten Eisenbahn von Grayling operiert. Die Minister sagen den Abgeordneten nun, dass ihre Überprüfung der Zukunft der Eisenbahnen die GTR untersucht. Passagiere wollen keine Bewertungen, sondern eine Renationalisierung."

DB Cargo

Gegen DB Cargo wurde eine Geldbuße von 2,7 Mio. GPB plus 186.000 GBP Gerichtskosten ausgesprochen, nachdem der Güterbahnbetreiber wegen einer Straftat im Rahmen des Gesetzes von Gesundheit und Sicherheit am arbeitsplatz verurteilt wurde. Das Urteil wurde am Newcastle Crown Court gefällt, wo DB Cargo am 5. Oktober 2018 nach einer Verfolgung durch das ORR für schuldig befunden wurde.

Am 14. Juni 2014 betraten zwei Jungen im Alter von 11 und 13 Jahren und zwei 13-jährige Mädchen den Tyne Yard. Die beiden Jungen kletterten auf einen stationären Wagen, der Teil eines Zuges mit 22 Wagen war, der später am selben Tag den Hof verlassen sollte. Während einer der Jungen auf dem Wagen mit dem Strom in Kontakt kam und dadurch schwere lebensbedrohliche Verletzungen erlitt, wurde der andere Junge leicht verletzt. Die ORR-Untersuchung ergab, dass unbefugte Personen oft ein stillgelegtes Stellwerk auf dem Hof, das als "Spukhaus" bekannt war, besuchen konnten, da DB Cargo nicht dafür sorgte, dass Nicht-Mitarbeiter keinen Risiken für ihre Gesundheit und Sicherheit ausgesetzt waren.

GK, WKZ, Quelle ORR

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Letzte Änderung am Freitag, 15 März 2019 07:23

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