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Dienstag, 19 März 2019 11:05

Schweiz: SEV fordert Gewinnbeteiligung des Personals

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV erwartet von der SBB-Spitze nicht nur verbales Lob für die ausgezeichnete Leistung des Personals im vergangenen Jahr, sondern eine substanzielle finanzielle Beteiligung am erwirtschafteten Gewinn.

Der SEV freut sich über die positiven Bilanzzahlen der SBB im 2018. Der Konzern hält in seiner Medienmitteilung explizit fest, dass zur Steigerung seines Gewinns um 42,5% auf 568 Millionen auch das «Effizienzprogramm RailFit2030» beigetragen hat. In der Tat ist die Zahl der Vollzeitstellen um 446 bzw. 1,4% auf 32'309 gesunken. Die SBB schreibt ausdrücklich, dass der Kostendeckungsgrad des Regionalverkehrs dank höherer Produktivität verbessert wurde. Besonders positiv ist die Rückkehr von SBB Cargo in die schwarzen Zahlen, wofür ebenfalls Sanierungsmassnahmen nötig waren. Erfreulich sind auch die Passagierzunahme um 0,8%, der Angebotsausbau, die Rekordmengen an Infrastrukturunterhalt (was zur leichten Verschlechterung der Pünktlichkeit beitrug) und der Anstieg der Kundenzufriedenheit im Personen- und im Güterverkehr.

Gewinnbeteiligung nicht nur für die Kundschaft

Die SBB betont, dass sie einen Teil des Gewinns im 2019 an die Kundschaft zurückgeben will, indem sie 216 Mio. Franken gezielt für besseren Service und günstigere Billette einsetzt, insbesondere mehr als 100 Mio. für Sparbillette. «Der SEV begrüsst diese Beteiligung der Kundschaft am Gewinn, fordert aber auch eine angemessene Beteiligung des Personals», sagt SEV-Vizepräsident Manuel Avallone. «Denn die Mitarbeitenden haben durch ihren täglichen Einsatz die Steigerung der Produktivität und des Gewinns ermöglicht. Sie mussten in manchen Bereichen im Unterbestand arbeiten und auch Managementfehler ausbaden und haben durch besonderes Engagement dafür gesorgt, dass die Kundschaft möglichst keine Nachteile in Kauf nehmen musste. Beispiele dafür sind die Mängel des Einteilungsprogramms "Sopre", Engpässe beim Rollmaterialunterhalt und die Probleme mit dem neuen Doppelstockzug für den Fernverkehr. Darum darf man das Personal nicht vergessen, zumal die Zufriedenheitswerte in der Personalbefragung 2018 gesunken sind. Es reicht nicht einfach ein Dankeschön des CEO oder der Konzernleitung, sondern es braucht ein Zeichen der Wertschätzung in finanzieller Form.»

Pressemeldung SEV

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Letzte Änderung am Dienstag, 19 März 2019 11:19

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