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Mittwoch, 20 März 2019 07:10

Estland/Lettland/Litauen/Polen: Entwicklungsplan der Rail Baltica zeigt Personen- und Güterverkehr 2026-2056 zwischen Tallinn, Rīga, Vilnius, Warschau und Berlin

Die Hochgeschwindigkeitszüge der Rail Baltica von Tallinn nach Warschau und von Tallinn nach Vilnius werden nach dem Start der Strecke voraussichtlich viermal täglich und innerhalb von zehn Jahren nach dem Betrieb bis zu sechsmal täglich verkehren. Zusätzlich werden bis zu zehn Züge pro Tag auf der Strecke Vilnius - Kaunas - Warschau verkehren. Damit wird Rail Baltica alle zwei Stunden eine schnelle Bahnverbindung zwischen den baltischen Hauptstädten herstellen.

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Grafiken Rail Baltica AS.

Darüber hinaus sind zwei Nachtzüge auf den Strecken Tallinn - Rīga - Kaunas - Warschau - Berlin und Vilnius - Kaunas - Warschau - Berlin vorgesehen, die es den Passagieren ermöglichen, weiter zu anderen Zielen in Europa zu reisen.

Zudem können Reisende den Internationalen Flughafen Rīga vom Hauptbahnhof Rīga aus in etwa 10 Minuten erreichen, mindestens ein Zug alle 30 Minuten.

Die Frequenz der Hochgeschwindigkeitszüge basiert auf dem erwarteten Fahrgastbedarf, der jetzt im Rail Baltica Operational Plan für 2026 - 2056 bewertet wurde. Der von der deutschen ETC Gauff Mobility GmbH in Zusammenarbeit mit COWI A/S (Dänemark) und dem Institut für Bahntechnik GmbH (Deutschland) entwickelte Plan spiegelt einen modernen, integrierten Ansatz wider, bei dem Marktnachfrage und -entwicklung als Hauptkriterien für die Festlegung des Zeitplans festgelegt werden.

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"Das Hauptergebnis des Betriebsplans besteht darin, anzugeben, wie die Infrastruktur der Rail Baltica mittel- und langfristig die Verkehrsnachfrage decken wird, um die Kapazität für alle Arten von Zugverbindungen zu gewährleisten. Dieser Plan wird genutzt, um sicherzustellen, dass die Schiene der Rail Baltica vom ersten Tag ihres Betriebs an effizient genutzt wird und nach der Einführungsphase den Personen- und Güterverkehr ausbauen kann", sagt Jean-Marc Bedmar, Leiter der Abteilung Systeme und Betrieb bei RB Rail AS.

Das Vorstandsmitglied von RB Rail, Mart Nielsen, sieht einen Entwicklungsbedarf, bis die Züge ausgelastet sind: "Es ist möglich, dass nach unseren Plänen 70-100 Passagiere pro Zug unser durchschnittlicher Auslastungsfaktor sind", sagte Nielsen. "Mit Blick auf zehn Jahre erwarten wir eine Verdoppelung oder Verdreifachung und in weiteren zehn Jahren sogar noch mehr."

Güterzüge

Auf der Strecke der Rail Baltica werden nach dem Plan 2-3 Güterzüge pro Stunde mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 120 km/h verkehren. Die geschätzte Achslast der Züge beträgt 25 t und die Länge der Züge bis 1.050 m. Um den Güterverkehr auf der Strecke zu erleichtern, werden drei große multimodale Terminals entwickelt - in Muuga (Estland), Salaspils (Lettland) und Palemonas (Litauen).

Es wird erwartet, dass 80% der Güterzüge auf der Rail Baltica intermodale Züge sein werden, die es den Logistikern ermöglichen, die Fracht von der Straße auf die Schiene zu verlagern, indem sie Container und Lastwagen auf Waggons stellen. Es wird eine deutliche Verringerung der Luftverschmutzung und der Verkehrsüberlastung sowie eine Verbesserung der allgemeinen Verkehrssicherheit erwartet.

Regionale und grenzüberschreitende Regionalzüge

Die im Rahmen des Operationsplans durchgeführte hochrangige Bewertung zeigt ein Potenzial für die Entwicklung regionaler Züge in allen drei baltischen Staaten mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Das bedeutet, dass die Gleise der Rail Baltica nicht nur für den internationalen Zugverkehr, sondern auch für den regionalen und grenzüberschreitenden Regionalverkehr genutzt werden können, wodurch der schnelle und saubere Verkehr an verschiedene Orte im gesamten Korridor der Rail Baltica gebracht wird.

So sieht der Plan beispielsweise eine ausreichende Fahrgastnachfrage vor, um Regionalzüge von Bauska nach Rīga, von Salacgrīva nach Rīga (Lettland), von Pärnu nach Tallinn (Estland) und von Marijampole über Kaunas nach Vilnius (Litauen) zu betreiben. Darüber hinaus zeigt der Plan eine realisierbare Nachfrage nach grenzüberschreitendem Regionalverkehr, wie beispielsweise von Marijampole nach Rīga (Litauen-Lettland) oder von Tallinn nach Riga (Estland-Lettland). Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Zukunft der regionalen Verkehrsentwicklung auf der Rail Baltica zusätzliche Studien und Regierungsentscheidungen erfordern wird.

Über den operativen Plan

Der Betriebsplan basiert auf konsolidierten Studien über die Nachfrage nach Personen und Gütern für den Korridor Rail Baltica und definiert Fahrpläne und Arten von Zügen auf der Strecke. Darüber hinaus umfasst der Plan Benchmarking des nutzbaren Rollmaterials, indikative Standorte der Infrastruktur und der Instandhaltungseinrichtungen für Rollmaterial sowie detaillierte Gleispläne. Die wichtigsten Ergebnisse des Operationsplans werden für weitere Studienphasen genutzt, einschließlich der technischen Detailplanung der Infrastruktur der Rail Baltica.

WKZ, Hans-Jürgen Schulz, Quelle RB AS

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Letzte Änderung am Mittwoch, 20 März 2019 07:15

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