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Mittwoch, 27 März 2019 12:27

Griechenland: Opposition setzt auf Autobahnausbau

Im Mai finden auch in Griechenland Europawahlen, spätestens im Oktober Parlamentswahlen statt. Nachdem das von der regierenden SYRIZA-Partei geführte Infrastrukturministerium einen Generalverkehrsplan 2027/2037 vorgestellt hat, hat jetzt die oppositionelle konservative Nea Dimokratia ihre Vorstellungen erklärt. Der Schwerpunkt liegt in einem massiven Autobahnausbau, bei dem nur kurz erwähnten Schienenverkehr geht es hauptsächlich um den Abschluss der laufenden Vorhaben (neue Peloponnesbahn bis Patra, Athen-Thessaloniki) sowie vage um den Bahnanschluss der nordgriechischen Häfen Thessaloniki, Kavala und Alexandroupoli.

Im Nahverkehr hauptsächlich um die gerade in Bauausschreibung befindliche Athener Metrolinie 4, sowie um einen nicht genau definierten Ausbau der noch nicht in Betrieb genommenen Metro Thessaloniki. Weitere Bahnprojekte gibt es nicht.

Zudem will man im Falle eines Wahlsiegs einige der von der jetzigen Regierung geschlossene Verträge möglichst rückgängig machen.

Wie die auf den Straßenverkehr fokussierte Politik die auch in Griechenland bestehenden Probleme bei der Reduzierung von Treibhausgasen lösen soll, bleibt offen.

Die Nea Dimokratia ist die letzte noch existierende große griechische "Altpartei", deren Politik einen ganz erheblichen Beitrag zur griechischen Krise im Allgemeinen und zum miserablen Zustand der griechischen Bahn im Speziellen geleistet hat. Nach derzeitigen Umfragen könnte sie im Parlament die Mehrheit erlangen. Erfahrungsgemäß dürfte es bis zur Wahl noch heftige Schlammschlachten geben, eine Phase, in der das Land regelmäßig politisch gelähmt ist.

Prof. Dr. Johannes Schenkel

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