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Freitag, 29 März 2019 07:10

Großbritannien: Neue Regeln für Network Rail während der Kontrollperiode 6

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Fotos Network Rail.

Der britische Infrastrukturbetreiber Network Rail wird in den nächsten fünf Jahren während der Kontrollperiode CP6 über 42 Mrd. GBP ausgeben, um die Zuverlässigkeit des Netzes zu erhöhen und die Leistung zu verbessern. Zudem wird die Organisationsstruktur von Network Rail erweitert und neue Verantwortungsrichtlinien werden der Regulierungsbehörde ORR bessere Möglichkeiten zur Leistungsbewertung geben.

Im Mittelpunkt der Pläne stehen Verbesserungen bei Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit durch bessere Infrastruktur, Fahrpläne und Informationen sowie eine viel engere Zusammenarbeit mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen. Die Pläne wurden auf lokaler Ebene erarbeitet, wobei die einzelnen Regionen erstmals von ihren eigenen Budgets profitieren, die in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung erstellt wurden.

Die Mittel von Network Rail werden von den Regierungen über einen Zeitraum von fünf Jahren, die so genannten Kontrollperioden, zur Verfügung gestellt, wobei die Kontrollperiode 6 (CP6) am 1. April beginnt und bis 2024 dauert. Anfang dieses Jahres akzeptierte Network Rail die "endgültige Entscheidung" der Regulierungsbehörde zur Mittelfestlegung. Die Veröffentlichung der neuen Lieferpläne am 28.03.19 gibt Aufschluss darüber, wie das Geld ausgegeben wird.

Andrew Haines, Chief Executive von Network Rail, sagte: "Passagiere und Frachtnutzer stehen im Mittelpunkt unserer Pläne für die nächsten fünf Jahre. Die Leistung war bei weitem nicht gut genug, und das Vertrauen der Öffentlichkeit in unsere Branche ist gesunken. Das muss sich ändern."

"Wir investieren in die größte Modernisierung unseres Schienennetzes seit über einem Jahrhundert und geben zwischen 2019 und 2024 48 Mrd. GBP für die Infrastruktur des Netzes in England und Wales aus, einschließlich der Finanzierung wichtiger Verbesserungen", sagte Eisenbahn-Staatssekretär Andrew Jones.

In einer weiteren Änderung kündigte Andrew Haines, CEO von Network Rail, der seit letztem Sommer im Amt ist, eine neue Organisationsstruktur an, die ursprünglich acht geografische Zentren (Routes) auf 13 erhöht, die in fünf Regionen organisiert sind. Die Routes werden für den täglichen Betrieb verantwortlich sein und eine starke Partnerschaft mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen in ihrer Region entwickeln.

Andrew Haines: "Um unsere Pläne für CP6 effektiv umzusetzen und das Vertrauen zu denjenigen wiederherzustellen, die die Eisenbahn nutzen, müssen wir unsere Arbeitsweise sowohl innerhalb unserer eigenen Organisation als auch mit dem Rest der Branche ändern. Wir verankern eine Kundendienstkultur auf allen Ebenen und werden von nun an gemeinsam daran arbeiten, die Fahrgäste in den Mittelpunkt zu stellen."

Ab dem 1. April hat die britische Regulierungsbehörde ORR dem Infrastrukturverwalter Network Rail auch eine neue Verantwortungsrichtlinie mit einem dreistufigen Ansatz auferlegt:

Stufe 1: Routinemäßige Überwachung und Bewertung der Leistung von Network Rail. Anhand einer Reihe neuer Datenquellen wird die Leistung auf lokalen Routes verglichen und gegenübergestellt, einschließlich der Hervorhebung bewährter Verfahren, die dann im gesamten Netzwerk ausgetauscht werden können. Die neue Richtlinie legt insbesondere Wert darauf, die Stärke des Interessenvertreter-Engagements von Network Rail und der kooperativen Zusammenarbeit im gesamten Unternehmen zu bewerten.

Phase 2: Frühzeitige Lösung von Anliegen der Eisenbahnbenutzer. Hier wird die Regulierungsbehörde gegebenenfalls früher eingreifen, um die Eisenbahnnutzer durch neue Regulierungsinstrumente zu schützen, darunter mit der Durchführung von ORR-Anhörungen und die Verpflichtung von Network Rail, formelle Verbesserungspläne zu einem früheren Zeitpunkt als bisher aufzustellen.

Phase 3: Durchsetzung - Wenn Network Rail nicht in der Lage ist, Probleme zu lösen, werden Durchsetzungsmaßnahmen ergriffen. Die neue Richtlinie sieht die Möglichkeit vor, finanzielle Sanktionen auf Routes (oder dem Systembetreiber) zu verhängen, die sich auf die Boni des Network-Rail-Managements auswirken können. Die Richtlinie beinhaltet auch einen neuen Ansatz für Geldstrafen (Fines), der es ORR ermöglicht, die Strafen so zu staffeln, dass sie über Management-Boni finanziert werden können. Beide Ansätze vermeiden die Umleitung von Mitteln aus dem Eisenbahnbetrieb.

WKZ, Quelle Network Rail, ORR

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