

Eine der ältesten erhaltenen Lokomotiven in Tschechien mit dem Spitznamen "Heligón" (Helikontuba) soll in diesem Jahr wieder auf Schienen fahren. České dráhy repariert die Lok nach mehreren Jahrzehnten Stillstand in einen betriebsbereiten Zustand. Auf diese Weise wird sie zu einer der ältesten Betriebslokomotiven Europas.




"Diese Dampfmaschine stammt aus dem Jahr 1906. Nur drei von mehr als 450 gebauten Lokomotiven dieses Typs sind in ganz Europa erhalten geblieben", sagt Miroslav Kupec, Vorstandsvorsitzender und CEO der ČD und fügt hinzu: "Unsere Lokomotive wird jetzt nach einem Ausfall von einem halben Jahrhundert wieder in einen betriebsbereiten Zustand versetzt. Dies wird dank der Bemühungen der Techniker von České dráhy und vieler Fans, die mit uns bei der Reparatur zusammenarbeiten, geschehen."
Die Reparatur dieser mehr als hundert Jahre alten Dampflok war sehr anspruchsvoll. Während der Renovierung bestellte České dráhy bei spezialisierten Firmen die Herstellung des Kessels, des Radsatzes und mit einer vom Verkehrsministerium der Tschechischen Republik bereitgestellten Hilfe auch den Tender, ansonsten wurde diese einzigartige historische Maschine in den Werkstätten des Historischen Fahrzeugzentrums in Lužná u Rakovníka renoviert.
České dráhy erwartet ein großes Interesse von Eisenbahnfans aus Tschechien und dem Ausland an der reparierten Maschine. Die "Heligón" erinnert aufgrund ihres bauchförmigen Schornsteins an Formen gleichnamiger Blechblasinstrumente.
Alle führenden österreichischen Lokomotivwerke produzierten von 1885 bis 1909 Dampflokomotiven der Baureihe 73. In dieser Zeit produzierten sie 453 Lokomotiven, die nach dem Ersten Weltkrieg an die neu entstandenen Eisenbahnorganisationen Polens (Reihe Tp15), der Tschechoslowakei (Reihe 414,0) und Österreichs (Reihe 73, später 55) verteilt wurden. Hinzu wurden kleinere Stückzahlen auch an Italien (Reihe 424), Jugoslawien (Reihe 133) und Rumänien vergeben. Während des Zweiten Weltkriegs wurden sie auch von der DR als 55.57-58 betrieben.
Die Heligón-Dampfmaschine wartet auf die erste Kesselprobe in diesem Jahr. "Wir gehen davon aus, dass die Maschine die technische und sicherheitstechnische Prüfung (TST) im Mai bestehen wird. Dann müssen wir alle notwendigen Unterlagen bei der Eisenbahnbehörde einreichen und auf die Genehmigung warten. Wenn alles gut geht, wird alles bis zum Beginn der Sommerferien geregelt sein und wir können fahren. In diesem Jahr wird die Lok bei Nostalgiefahrten für die Traktion von Dampfzügen z.B. nach Rakovník und Stochov eingesetzt werden oder im Museumsbetrieb Krupá – Kolešovice", ergänzt Miroslav Kupec.
Die wieder in Betrieb genommene, erhaltene Lokomotive 414.096 hatte bei den k.k.k.St.B. die Nummer 73.368 und wurde 1906 im StEG-Werk in Wien hergestellt. Auf tschechischen Gebiet wurde sie z.B. in den Depots von Přerov, Praha-Smíchov und České Budějovice eingesetzt.
Im Rahmen des Nostalgieprogramms ČD bereitet České dráhy für 2019 mehr als 200 verschiedene Fahrten von Nostalgiezügen mit Dampf- oder historischen Diesel- und Elektrolokomotiven und Triebwagen vor. Einige Fahrten sind regelmäßig und werden für die gesamte Tourismussaison wiederholt.
Einen Überblick über alle geplanten Fahrten nostalgischer Züge von České dráhy, das Programm des Eisenbahnmuseums ČD in Lužná u Rakovníka und weitere Informationen finden Sie auf der Website www.cdnostalgie.cz.
WKZ, Quelle ČD