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Freitag, 12 April 2019 11:09

Österreich: Innovative Logistik spart mehr als 20.000 t CO² beim Bau des Tunnels Untersammelsdorf der Koralmbahn

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Deponie Peratschitzen. Fotos ÖBB / Pachoinig.

Der Koralmbahn-Abschnitt im Bereich von St. Kanzian ist einer der technisch anspruchsvollsten entlang der gesamten Strecke. Vor allem der Tunnel Untersammelsdorf gilt als besonders herausfordernd. Mit einem speziellen Düsenstrahlverfahren wird der Boden unter Hochdruck mit zementhaltigem Baumaterial vermengt. Der Rücklauf – also jenes Erdmaterial, das entnommen wird – muss wie bei jeder anderen Tunnelbaustelle transportiert oder aufbereitet werden.

In Zusammenarbeit mit einem renommierten Umweltforschungsunternehmen haben die ÖBB insgesamt acht Szenarien geprüft, um die umweltschonendste Variante zu finden. Das Ergebnis ist eine Einsparung von mehr als 20.000 Tonnen CO².

Eigene Deponie spart 99 Prozent Transport

ÖBB-Projektleiter Klaus Berger: „Unser Hauptziel war es, möglichst viele Transportwege zu vermeiden, was wir durch die Installation einer eigenen Deponie in Peratschitzen erreicht haben.“ Auf diese Weise sanken die Emissionen erheblich: Im Vergleich zu einer 50 Kilometer entfernten Fremddeponie konnten 1.6 Millionen LKW-Kilometer verhindert werden. „Die extra eingerichtete Deponie liegt von der Baustelle dagegen nur drei Kilometer entfernt. Baustellenmulden mussten somit nur 21.000 Kilometer zurücklegen, was eine Ersparnis von rd. 99 Prozent an Transportkilometer bedeutet“, so Berger.

Weniger Abfallmengen mit „Japan Monitor“

Ein zweiter wesentlicher Grund für den Erfolg ist der Einsatz eines so genannten „Japan Monitors“. Dabei handelt es sich um eine innovative Technik unter Verwendung eines hydraulisch optimierten Düsenträgers (Monitor) sowie leistungsfähiger Pumpen, bei der mehr Bindemittel in kürzerer Zeit in den Boden eingebracht werden kann. Auf diese Weise kann die Rücklaufmenge deutlich verringert werden, was wiederum dazu führt, dass das Volumen der Deponie kleiner wird.

Weitreichende Auswirkungen

Die Reduktion der Mengen und Transporte spart dabei nicht nur Treibhausgase, sondern hat viele weitere positive Effekte. Auch die allgemeinen Staub- und Lärmemissionen werden weniger, was vor allem für Anrainer/innen von Bedeutung ist. „Wir bauen die Koralmbahn für Generationen, dabei ist es selbstverständlich, dass wir auch beim Bau so verantwortungsbewusst wie möglich mit der Natur umgehen. Gleichzeitig möchten wir auch eine Vorbildfunktion in Sachen Umweltschutz einnehmen“, so Berger.

Graz-Klagenfurt in 45 Minuten

Rascher, bequemer und mitten durchs Bergmassiv der Koralpe. So sieht in Zukunft die Zugfahrt vom Uhrturm zum Wörthersee aus. Die schnellste Verbindung verkürzt sich mit der Koralmbahn von drei Stunden auf nur 45 Minuten. Die Weststeiermark und Südkärnten werden noch besser erreichbar – ebenso wie unsere Nachbarländer. Die Hochleistungsstrecke stellt ein Schlüsselprojekt der neuen Südstrecke dar und bindet die Regionen zwischen den Landeshauptstädten künftig international an.

Pressemeldung ÖBB

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