Die SNCB möchte in den nächsten zehn Jahren der einzige Betreiber für subventionierten inländischen Personenverkehr auf der Schiene bleiben, während die Liberalisierung dieses Marktes für 2023 geplant ist. Das ist die Botschaft, die die Eisenbahngesellschaft Anfang April in einem Memorandum an alle Beteiligte wie Behörden, politische Parteien und Benutzervereinigungen zur Vorbereitung der EU-Wahlen am 26. Mai übermittelt hat und die die Nachrichtenagentur Belga konsultieren konnte.
Der Güterverkehr und der internationale Schienenpersonenverkehr sind seit geraumer Zeit liberalisiert. Ende 2020 wird auch die EU- Liberalisierung des inländischen Personenverkehrs beginnen und ab 2023 verpflichtend den subventionierten Zugverkehr im öffentlichen Dienst umfassen. Freihändig vergebenen Aufträge können dann noch zehn Jahre laufen.
"Die SNCB fordert den Staat auf, seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag so bald wie möglich durch eine direkte Zuweisung für einen Zeitraum von 10 Jahren für das gesamte belgische Netz zu bestätigen", heißt es in dem Dokument. Gleichzeitig fordert das Unternehmen eine Aktualisierung seiner Aufgaben, Angaben zur Finanzierung in diesen zehn Jahren und einen mehrjährigen Investitionsplan für den gleichen Zeitraum.
Im Gegenzug verspricht die SNCB, sich "zu einer modernen, digitalen, operativ und finanziell effizienten Gesellschaft im Dienste aller ihrer Kunden zu entwickeln". Sie verspricht, die Pünktlichkeit zu erhöhen, die Verfügbarkeit und Qualität der Züge zu verbessern, die Vorstadtnetze auszubauen und die Tarife besser zu differenzieren. "Wir wollen uns als echtes Rückgrat der zukünftigen Mobilität positionieren", sagt das Unternehmen in seinem Memorandum.
WKZ, Quelle Belga