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Mittwoch, 08 Mai 2019 07:05

Europäische Union: ERA veröffentlicht Aktionsplan zum Unfall am Großen Belt

Das Joint Network Secretariat (JNS) der Europäischen Eisenbahn-Agentur (European Union Agency for Railways, ERA) hat am 07.05.19 den Europäischen Aktionsplan mit kurzfristigen Maßnahmen zur Risikominderung bei der Verwendung von Taschenwagen veröffentlicht. Alle Eisenbahnunternehmen in ganz Europa werden damit aufgefordert, die Schiene als sichersten Landverkehrsträger zu erhalten.

Hintergrund für den Aktionsplan waren die verfügbaren Informationen aus dem Zugunglück auf der Großen-Belt-Brücke (Storebæltsbroen) am 2. Januar 2019, nach denen im Zusammenhang mit dem Beladen von Sattelaufliegern auf sogenannten Taschenwagen die Gefahr bestand, dass die Sattelauflieger nicht richtig befestigt waren.

Die Zwischenergebnisse der Nationalen Untersuchungsstelle (Havarikommission) in Dänemark haben gezeigt, dass Sattelauflieger beim Transport auf Taschenwagen möglicherweise nicht ausreichend gegen Verrutschen gesichert sind. Insbesondere die Verriegelung des Zugsattelzapfens (Kingpin, Königszapfen) in der Anhängerkupplung (Typ FW6170) der Taschenwagen konnte mehrfach entriegelt werden.

Die dänische Behörde für Verkehr, Bau und Wohnungswesen (Trafik-, Bygge- og Boligstyrelsen) hatte darauf einen Antrag auf Einleitung eines Dringlichkeitsverfahrens an das JNS übermittelt. Das JNS-Panel, das den gesamten Eisenbahnsektor vertritt, stimmte zu und setzte eine Task Force ein, die von der Europäischen Eisenbahnagentur organisiert und geleitet wurde.

Die Task Force bestand aus Experten der betroffenen Branchenorganisationen und hat einen Aktionsplan mit kurzfristigen Minderungsmaßnahmen definiert. Diese Maßnahmen enthalten eine Reihe funktionaler und visueller Kontrollen und zielen darauf ab, Folgendes zu gewährleisten:

• die angemessene Wartung der Anhängevorrichtung und insbesondere des Mechanismus zur Verriegelung des Zugsattelzapfens;
• die korrekte Positionierung der Sattelanhänger auf dem Taschenwagen für die gesamte Dauer der Fahrt; und
• die vertikale Verriegelung des Königszapfens der Sattelanhänger.

Die Maßnahmen richten sich an Besitzer von Güterwagen, Eisenbahnunternehmen, die Güter in sogenannten Taschenwagen transportieren, sowie Verladeterminals und Unternehmen, die Güterwagen warten. Sie sind auf der Website der Agentur der Europäischen Union für Eisenbahnen zu finden und werden an alle Akteure verteilt.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle ERA, Trafik-, Bygge- og Boligstyrelsen

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Letzte Änderung am Dienstag, 07 Mai 2019 19:00

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