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Dienstag, 28 Mai 2019 11:10

Rumänien: Neues von der Wusch (Schmalspurbahn Sibiu – Agnita)

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Fotos Mihai Blotor/Asociatia Prietenii Mocanitei.

Neues gibt es von der rumänischen Schmalspurbahn Sibiu – Agnita (Hermannstadt – Agnetheln) „Wusch“ zu berichten. Bekanntlich engagieren sich seit einigen Jahren die Freiwilligen des Vereins Asociatia Prietenii Mocanitei (APM) für eine Reaktivierung der 760-mm-Strecke durch das Harbachtal.

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Zwischen Sibiu und Agnita verkehrten bis 2001 die letzten Schmalspurzüge der rumänischen Staatsbahn CFR. Der Streckenabschnitt zwischen Cornatel (Harbachsdorf) und Hosman (Holzmengen) ist inzwischen wieder betriebsbereit.

Unterstützung für das Bahnprojekt kommt aktuell aus der Schweiz: Der Verein "Ostgleis" hat arbeitslos gewordene Wagen der Waldenburgerbahn in der Region Basel retten können und möchte diese künftig auf der Wusch einsetzen (lassen). Bis dato gibt es kein einsatzfähiges Rollmaterial im Harbachtal, abgesehen von den kleineren Draisinen der APM. Mit ähnlichen Fahrzeughilfen hat der eidgenössische Verein zuvor schon beim Aufbau der Tourismusverkehre auf der Wassertalbahn im Norden Rumäniens geholfen.

Am vergangenen Mittwoch, 22. Mai 2019, haben die ersten drei Fahrzeuge aus der Schweiz die Wusch erreicht und wurden in Hosman (Holzmengen) auf das Gleis der Schmalspurbahn gesetzt. Es handelt sich dabei um zwei Güterwagen sowie einen Salonwagen von 1880.

Bis die Schweizer Wagen auf der Wusch eingesetzt werden können, wird jedoch noch etwas Zeit vergehen müssen: Neben etwaigen technischen Anpassungen an den Fahrzeugen ist vor allem eine dauerhafte Betriebsgenehmigung für den Betrieb der Schmalspurbahn erforderlich. Aufgrund administrativer Schwierigkeiten musste im vergangenen Jahr der Fahrbetrieb auf dem bereits instandgesetzten Abschnitt Cornatel - Hosman bis auf weiteres eingestellt werden. Darüber hatte die Siebenbürgische Zeitung im Herbst 2018 berichtet.

Diese Probleme bestehen fort, doch die Bemühungen um eine Reaktivierung der Wusch gehen unvermindert weiter. Auch die bürokratische Blockade kann die Freiwilligen der APM und ihre Unterstützer nicht ausbremsen. Die Ankunft der Schweizer Wagen in Siebenbürgen ist deutlicher Ausdruck eines nicht nachlassenden Elans für die Schmalspurbahn.

Nun bemüht sich die APM darum, eine eigene Lok ins Harbachtal zu bringen. Davon träumen die Aktiven der APM schon länger. Für die bisherigen Sonderfahrten musste eine fremde Lok geliehen werden. Gleiches galt bisher auch für einsatzfähige Wagen. Jetzt gibt es zwar die Fahrzeuge aus der Schweiz, doch was ist ein Zug ohne Lokomotive?

Um dem Traum von der ersten eigenen Lok einen Schritt näher zu kommen, startet die APM wie auch im vergangenen Jahr wieder beim Sibiu-Marathon. Am 1. Juni 2019 ist es so weit: Dann machen sich zahlreiche Läuferinnen und Läufer an den Start, um Geld für eine Lok zu erlaufen. Beim Sibiu-Marathon treten NGOs, Firmen oder Einzelpersonen an und unterstützen mit ihrer Teilnahmegebühr ein von ihnen ausgesuchtes Projekt. Weitere Gelder werden durch Spenden von zusätzlichen Unterstützern erzielt.

Die aktuellen Fahrzeugaktivitäten sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem dauerhaften Betrieb der Schmalspurbahn. In naher Zukunft nötig ist jedoch insbesondere die Genehmigung durch das rumänische Verkehrsministerium in Bukarest.

Über den Fortgang des Reaktivierungsprojektes auf der „Wusch“ berichtet in deutscher Sprache auch die Website www.die-wusch.de.

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