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Freitag, 31 Mai 2019 07:05

Frankreich: CDG Express auf die Zeit nach den Olympischen Spielen verschoben

Was erwartet wurde, ist nun eingetroffen: Die französische Verkehrsministerin Élisabeth Borne hat am Mittwoch (29.05.19) auf einer Pressekonferenz die Verschiebung der Fertigstellung des Charles-de-Gaulle-Expresses (CDG Express) auf die Zeit nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris - nun auf "Ende 2025" -  angekündigt. Der Termin 2024 hätte nur unter verstärkten Baumaßnahmen mit Behinderung des in Teilen parallel verlaufenden Berufsverkehrs auf der Linie des RER B eingehalten werden können.

cdg

Die Verkehrsministerin verschob die Inbetriebnahme der zukünftigen Eisenbahnverbindung CDG Express zwischen Paris und dem Flughafen Roissy Charles-de-Gaulle "auf Ende 2025", um die Auswirkungen der Arbeiten für die Nutzer des RER B zu begrenzen. Diese Linie, die "für Paris und die Ile-de-France unerlässlich ist", hätte "zu lange unter Verzicht gelitten". Die 20-minütige Direktverbindung zwischen dem Gare de l'Est im Zentrum von Paris und dem Terminal 2 am Flughafen Roissy wird daher für die Olympischen Spiele 2024 in Paris nicht in Betrieb sein, wie ursprünglich angekündigt und von Frankreich in der Bewerbungsakte beim Internationalen Olympischen Komitee zugesagt.

Seit der Unterzeichnung der Baukonzession an 11.02.19 an ein privates Konsortium aus Groupe ADP (Betreiber der Pariser Flughäfen), SNCF Réseau und Caisse des Dépôts, warnen die gewählten Vertreter der Ile-de-France, des Verkehrsverbundes Ile-de-France Mobilités und des Netzbetreibers SNCF Réseau die Regierung vor der Gefahr, eine katastrophale Situation auf dem Eisenbahnnetz nördlich von Paris zu schaffen. Für diese Bahnen sind für die kommenden Jahre bereits rund fünfzehn Modernisierungsprojekte geplant, die teils auch der CDG Express nutzen muss. Wenn der bereits kritische Arbeitsplan verstärkt wird, könnte der bereits gesättigte öffentliche Verkehr auf dem RER B mit seinen 900.000 Fahrgästen pro Tag aus den Fugen geraten.

Die Regierung hat daher nach langem Zögern hervorgehoben, dass "das Interesse der Reisenden überwiegen sollte".

Das Projekt CDG Express soll drei Vorteile bringen: Für die Servicequalität des Flughafens, die nicht weniger als 90.000 Mitarbeiter und 200.000 Passagiere pro Tag betrifft, für die Verlagerung des derzeit zu 56 % auf der Straße ablaufenden Verkehrs auf die Schiene und schließlich, um die Belastung des RER B für die vielen Passagiere mit Gepäck, die zum Flughafen reisen, zu verringern.

Verbunden mit der Entscheidung könnte eine Kostenerhöhung des auf 1,8 Mrd. Euro veranschlagten Projekts sein. Da das Darlehen über die Fahrpreise bezahlt werden soll, sprechen Kritiker von einem "Zug der Reichen" und einer "Katastrophe für die Menschen der Region Paris".

WKZ, Quelle Verkehrsministerium, Le Monde

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Letzte Änderung am Freitag, 31 Mai 2019 07:17