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Montag, 03 Juni 2019 07:05

Großbritannien: Wird Northern als nächstes renationalisiert?

NT 142089 Eaglescliffe 1 13 05 11NT 150.270 Huddersfield 7 13 05 15

Neben Pacer werden im Northern-Netz auch Class 150, 153, 156 und 158 eingesetzt. Fotos Rüdiger Lüders.

Die Rentabilität des Bahnbetreibers Northern wird in Anbetracht einer wachsenden Erwartung untersucht, dass es sich um das nächste Zug-Franchise handeln könnte, das renationalisiert wird.

NT 153360 Carlisle 4 17 09 06NT 156469 Haltwhistle 5 17 09 05

Wie die Sunday Times berichtet, forderten in der letzte Woche die Bürgermeister mehrerer Städte aus Nordengland, dass das riesige Franchise - das sich von Liverpool bis Hull, im Süden bis Nottingham, im Nordwesten bis Carlisle, im Nordosten über Newcastle hinaus bis Chathill sowie über Middlesbrough hinaus bis Saltburn und Whitby und im Osten bis zum Seebad Cleethorpes erstreckt, wieder in staatliche Hände überführt wird. Das Franchise war von Streiks, Verzögerungen und dem Chaos des letzten Jahres betroffen.

Es wird davon ausgegangenen, dass der stattliche Operator of last resort (OLR) den Bahnbetreiber einer Due-Diligence-Prüfung unterziehen wird, die Stärken und Schwächen des Objekts sowie die entsprechenden Risiken herausfinden soll.

Der OLR betreibt bereits die East Coast Line, die im vergangenen Jahr renationalisiert wurde, als Stagecoach und Virgin nicht mehr in der Lage, dort die versprochenen Leistungen zu vollbringen. Auch das (wohl nicht einhaltbare) Versprechen von Northern, bis zum Jahresende 2019 die Pacer vollständig zu ersetzen, konnte nicht erfüllt werden. Dieses Problem wird allerdings auch durch die u.a. von Mick Cash geforderte Verstaatlichung des Northern Francise nicht zu lösen sein, denn an den Ursachen ist auch die (staatliche) Firma Network Rail beteiligt.

Die Finanzen von Northern gelten weithin als nicht nachhaltig. Der in deutschem Besitz befindliche Betreiber Arriva gewann das Franchise 2016 mit der Zusage, die Abhängigkeit von staatlichen Subventionen zu verringern. Aufgrund von Problemen wurde versucht, den Vertrag mit dem Department for Transport (DfT) neu zu verhandeln.

Die Intervention des OLR bei Northern soll vorsorglich sein, gibt aber Anlass zur Besorgnis über die Fähigkeit der Regierung, ein Franchise von Northern's Größe zu betreiben. Es befördert jährlich rund 100 Mio. Passagiere, beschäftigt über 5.000 Mitarbeiter und betreibt täglich rund 2.500 Dienste.

Das DfT lehnte gegenüber der Zeitung eine Stellungnahme ab.

WKZ, Rüdiger Lüders, Quelle The Sunday Times, BBC

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Letzte Änderung am Sonntag, 02 Juni 2019 13:48

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