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Donnerstag, 06 Juni 2019 07:15

Großbritannien: Erste Entwürfe für HS2-Züge veröffentlicht

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Entwürfe von Alstom und Bombardier/Hitachi.

Die Frist für die Einreichung von Angeboten für den Auftrag zur Planung, Herstellung und Wartung der Hochgeschwindigkeitszugflotte für HS2 endete am 05.06.19. Der Projektträger HS2 Ltd. wird nun die fünf eingegangenen Angebote bewerten und erwartet, dass er den Gewinner Anfang 2020 bekannt geben kann, wobei die Inbetriebnahme ab 2026 geplant ist.

siemens

Entwurf von Siemens.

Alstom, Bombardier Transportation, Hitachi Rail Europe, Talgo und Siemens Mobility wurden im November 2017 für den Auftrag in die engere Wahl gezogen. CAF wurde im folgenden Jahr "im Interesse der Aufrechterhaltung eines robusten Wettbewerbs" hinzugefügt, nachdem Bombardier Transportation und Hitachi ein gemeinsames Angebot angekündigt hatten und der inzwischen abgesagte Zusammenschluss von Alstom und Siemens Mobility geplant war.

Kaum war die Abgabefrist verstrichen, preschten Bombardier/Hitachi, Alstom und Siemens mit Fotos von ihren neuen Zügen hervor.

• Das Konsortium Bombardier/Hitachi führt aus, dass sein Entwurf der "fortschrittlichste, kundenorientierteste Zug sein wird, der je in Großbritannien gefahren wurde" und als "leuchtendes Beispiel für britischen Einfallsreichtum" gelte. Beide Partner hätten beim Frecciarossa 1000 für Trenitalia Erfahrung gesammelt, Hitachi am Shinkansen in Japan.

Alstom hob seine Erfahrungen auf dem Hochgeschwindigkeitssektor hervor, darunter den TGV in Frankreich, AGV für Italo/NTV, Avelia Liberty für Amtrak und Al Boraq in Marokko sowie die Pendolinos for Virgin und bezeichnete seinen Vorschlag als "Weltklasse, modern und flexibel".

Siemens sagte, sein Angebot eines Velaro Novo würde "den Standard setzen, dem andere globale Hochgeschwindigkeitsbahnsysteme folgen können". Velaro-Triebzüge fahren für Eurostar in Großbritannien und auch in Ländern wie Spanien, China, Russland und Deutschland.

CAF und Talgo haben sich noch nicht zu ihren Angeboten geäußert. Von CAF ist jedoch eine Oaris-Version zu erwarten.

Es wurde noch nichts darüber gesagt, wo die Züge gebaut werden könnten, aber Bombardier und Hitachi sind in der "Pole Position" und können Produktionsstätten in Derby und Newton Aycliffe vorweisen. CAF und Siemens liegen ebenfalls gut im Rennen, weil sie gerade Züge nach Großbritannien liefern. Obwohl Alstom seit der Schließung des Werks Washwood Heath bei Birmingham im Jahr 2004 keine Züge in Großbritannien gebaut hat, könnte das neue Wartungs- und Aufarbeitungszentrum in Wigan auch für die Fertigung genutzt werden.

Doch das stark verzögerte Schienenprojekt HS2 im Wert von 56 Mrd. GBP (63 Mrd. Euro) steht immer noch nicht auf fester Grundlage. Derzeit wird es überprüft, um sicherzustellen, dass es ausgeliefert werden kann, erläuterte Verkehrsminister Chris Grayling am 05.06.19 gegenüber der Zeitschrift New Civil Engineer. Der neue Chairman Allan Cook, der im Dezember zum Vorsitzenden der HS2 Ltd. ernannt wurde, analysiert derzeit, ob die Hochgeschwindigkeitsstrecke innerhalb ihres bestehenden Budgets gebaut werden könnte.

Grayling deutete an, dass Teile des Systems nach dem Crossrail-Fiasko, das bis zu zwei Jahre später fertig wird und 2,8 Mrd. GBP mehr kostet als erwartet, zurückgefahren werden könnten. Entscheidungen müssen "im Zusammenhang mit dem, was lieferbar ist, getroffen werden und nicht mit Entscheidungen, die nicht realisierbar sind", sagte Herr Grayling. "Ich warte wirklich darauf, dass Allan zu mir zurückkommt und sagt, dass wir das Projekt so vorantreiben werden."

HS2 Ltd, das staatliche Unternehmen, das die Strecke baut, will prüfen, ob weniger Züge fahren und die Dienste mit niedrigeren Geschwindigkeiten durch Tunnel fahren könnten, um Kosten zu sparen. Letzten Monat schlug ein Bericht eines Ausschusses des Oberhauses auch vor, die Strecke außerhalb des Zentrums von London zu beenden, um Geld zu sparen.

Die Verbindung von London nach Birmingham soll 2026 eröffnet werden, weitere Verbindungen nach Leeds und Manchester sollen als "Y" bis 2033 folgen.

WKZ, Rüdiger Lüders, Quelle Alstom, Bombardier/Siemens, Siemens, The Times, Railwaygazette, Birmingham Mail

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