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Mittwoch, 12 Juni 2019 07:10

Schweden: Ausgerechnet in "Gretaland"

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Foto: Krösatågen-Itino 1401, damals noch von Nässjö kommend, am Nachmittag des 24.11.2014 in Oskarshamn.

Der Personenverkehr auf der südostschwedischen Strecke Berga - Oskarshamn wird laut örtlichen Aushängen vorfristig zum 17.6.2019 eingestellt. Grund hierfür sind wohl massive technische Probleme mit den Triebwagen beim Betreiber Vy Tåg. Am 9.12.2018 übernahm Tågkompaniet AB, seit dem 24.4.2019 firmierend als Vy Tåg AB, den Betrieb des Krösatågen von Transdev Sverige für die Dauer von neun Jahren.

Der Personenverkehr Oskarshamn - Berga - Nässjö wurde erst im Dezember 2011 nach sechsjähriger Pause wieder aufgenommen, nachdem die Gemeinde Oskarshamn mit Krösatågen ausgehandelt hatte, 50 % der Kosten zu tragen. Etwas unmotiviert wurde der Mittelabschnitt Eksjö - Hultsfred jedoch im Dezember 2014 schon wieder abbestellt, für den Verkehr nach Oskarshamn war zuletzt die Streichung zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 im Gespräch.

Oskarshamn ist eine für schwedische Verhältnisse mittelgroße Stadt in der Region Småland an der Ostseeküste und besitzt einen auch international bedeutenden Hafen. Die Fährverbindungen nach Öland und Gotland sowie metallverarbeitende Firmen wie Scania sind für sie wichtige Wirtschaftsfaktoren. Die Gegend weist große Nadelwälder, viele Seen und ausgedehnte Moore auf, touristisch gesehen liegt Oskarshamn in der Umgebung von Astrid Lindgrens Geburtsort Vimmerby sowie im Kreise von gleich vier schmalspurigen Museumsbahnen.

Die Züge im verbleibenden SPNV-Angebot des "Kustpilen" (Küstenpfeil) auf der Stångådalsbana zwischen Linköping und Kalmar müssen künftig im Bahnhof des bedeutungslosen 700-Einwohner-Ortes Berga Kopfmachen, statt die Stichstrecke nach Oskarshamn mitzubedienen. Reisende von und nach Oskarshamn wie auch zu den Ostseeinseln müssen dagegen mit einem Autobus vorliebnehmen. Der bisherige Fahrplan mit fünf Pendelzugpaaren nach Berga - und das auch nur montags bis freitags, morgens und abends sowie am Wochenende fuhr ein Bus - wird wohl nicht so das Optimum gewesen sein und die Leute eher zum Autofahren animiert haben.

So sieht schwedische Verkehrspolitik im Zeichen des Klimawandels aus! Was wohl "Greta" dazu sagen wird...? 

Hans-Jürgen Schulz

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