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Sonntag, 16 Juni 2019 10:00

Europäische Union: ERA wird Behörde für den grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr in Europa

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Zum 16. Juni 2019 tritt die EU-Agentur für Eisenbahnen (ERA) in eine neue Ära einheitlicher und vereinfachter Zulassungs- und Zertifizierungsverfahren in Europa ein. Die ERA ist für die Zulassung von Fahrzeugen, die Sicherheitszertifizierung und die ERTMS-Zulassung am Streckennetz verantwortlich.

Mit einer neuen Ära vereinfachter Prozesse für den europäischen Eisenbahnmarkt können sich Unternehmen, die über EU-Grenzen hinweg tätig sind, nun auf einen einzigen, integrierten Prozess verlassen, um Fahrzeuggenehmigungen, einheitliche Sicherheitsbescheinigungen oder ERTMS-Genehmigungen für die Strecke zu erhalten. Ab dem 16. Juni 2019 müssen sie sich an die Eisenbahnagentur der Europäischen Union in Valenciennes wenden und nur einen Antrag über ihr One-Stop-Shop IT-Tool (OSS) stellen. Nach Eingang eines Antrags beauftragt die ERA einen Projektleiter, der der persönliche Ansprechpartner für den Antragsteller ist und ihn während des gesamten Prozesses berät. Dedizierte mehrsprachige Expertenteams bewerten jede Anwendung.

Dies ist eine wesentliche Änderung für das europäische Eisenbahnsystem. Bulgarien, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, die Niederlande, Rumänien und Slowenien haben die neue Regelung im Juni 2019 angenommen, während andere Länder beschlossen haben, die neuen Rechtsvorschriften bis Juni 2020 umzusetzen. Die Schweiz wird die neue Regelung von Fall zu Fall ab Juni 2019 übernehmen.

Dr. Josef Doppelbauer, Geschäftsführer der ERA, erklärte: "Seit Jahren wird der Fortschritt der Eisenbahn in Europa durch technische Hindernisse und übermäßige Kosten behindert. Die neuen, vereinfachten Zertifizierungsverfahren tragen dazu bei, die Barrieren abzubauen und die Harmonisierung zu verstärken, was die Wettbewerbsposition der Eisenbahnen verbessern wird".

Das vierte Eisenbahnpaket - Vision eines ein einheitlichen europäischen Eisenbahnraumes

Auf die Eisenbahn angewandt, heißt die europäische Vision des freien Personen- und Warenverkehrs zwischen allen europäischen Ländern, die höchsten Sicherheitsstandards und der universelle Zugang zu Dienstleistungen SERA: Single European Railway Area, analog zu SEPA für internationale Zahlungen). Harmonisierte Prozesse und hohe Sicherheitsstandards sollten es der Eisenbahn, dem derzeit nachhaltigsten (internationalen) Verkehrsträger, der weniger Verbrennungsemissionen verursacht als der Straßen- und Luftverkehr, ermöglichen, für Personen und Güter attraktiver zu werden.

Deshalb hat das EU-Parlament im Mai 2016 eine Reihe neuer Gesetzestexte beschlossen, das so genannte Vierte Eisenbahnpaket. Mit der Gesetzgebung zum Vierten Eisenbahnpaket erhält die ERA eine führende Rolle bei der Umsetzung einer harmonisierten europäischen Gesetzgebung, da die Agentur die einzige Zertifizierungsstelle für den internationalen Eisenbahnverkehr in Europa wird.

Die Agentur der Europäischen Union für Eisenbahnen (European Union Agency for Railways, ERA) wurde 2004 in Valenciennes (Büros) und Lille (Tagungsräume) eingerichtet. Ihre 170 Mitarbeiter repräsentieren mehr als 22 europäische Mitgliedstaaten und sprechen mehrere Sprachen. Seit 2004 leistet die ERA den EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission technische Hilfe bei der Entwicklung und Umsetzung des einheitlichen europäischen Eisenbahnraums. Dazu gehören die Verbesserung der technischen Interoperabilität und die Harmonisierung der Vorschriften, die Förderung eines vereinfachten Zugangs für die Kunden, die Entwicklung eines gemeinsamen Konzepts für die Sicherheitskultur, die Beratung bei Telematikanwendungen und ERTMS (Europäisches Verkehrsmanagementsystem), die Überwachung der nationalen Sicherheitsbehörden und benannten Stellen sowie die Erleichterung des Informationsaustauschs zwischen den Eisenbahnakteuren in Europa. Dies wird durch den Slogan "Das Eisenbahnsystem für die Gesellschaft besser funktionieren lassen" zum Ausdruck gebracht.

WKZ, Quelle ERA

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Letzte Änderung am Sonntag, 16 Juni 2019 10:03

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