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Mittwoch, 26 Juni 2019 07:10

Polen: Zwei LEO-Express-Unternehmen beantragen Open Access

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Fotos Rüdiger Lüders.

Die polnische Eisenbahnverkehrsbehörde UTK hat zwei identische Anträge von Leo Express s.r.o. und Leo Express Global a.s. auf offenen Zugang zwischen Prag und Wrocław erhalten. Beide Beförderer beantragen die Genehmigung zum Betrieb des Dienstes für fünf Jahre ab dem 15.12.2019.

Die Bahnbetreiber planen, von Freitag bis Montag zu fahren, einschließlich eines Kurses am Freitag von Prag nach Wrocław, zweier Paare (hin und zurück) am Samstag und Sonntag und eines Kurses von Wrocław nach Prag am Montag. Sie zeigen, dass das Hauptziel der vorgeschlagenen Strecken darin besteht, internationale Verbindungen zwischen Prag und Wrocław herzustellen.

Die Anträge wurden am 8. April (Leo Express s.r.o.) und am 18. April 2019 gestellt (Leo Express Global a.s.), waren aber unvollständig und inkonsistent. Dazugehörige Ergänzungen wurden dann am 30. und 31. Mai eingereicht.

Die Auswirkungen neuer Verbindungen auf bestehende Strecken können vor einer Entscheidung geprüft werden. Diese Prüfung wird nur auf Antrag durchgeführt. Interessierte Parteien haben nun vier Wochen Zeit, um diese einzureichen. Die Frist beginnt am 24. Juni 2019, d.h. dem Tag der Veröffentlichung der Informationen auf der Website der UTK.

Damit ein Eisenbahnunternehmen aus einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union Dienstleistungen in Polen erbringen kann, muss es mehrere Bedingungen erfüllen: eine Lizenz, Sicherheitsbescheinigungen A und B sowie eine Entscheidung über den Open Access. Die in jedem EU-Land ausgestellte Lizenz und das Sicherheitszertifikat A gelten in allen EU-Ländern ohne weitere Formalitäten. Teil B der Sicherheitsbescheinigung bestätigt, dass die Anforderungen für den sicheren Betrieb von Eisenbahnverkehrsdiensten auf dem betreffenden Netz erfüllt sind und nur im ausstellenden Land gelten.

Sowohl LEO Express Global a.s. als auch Leo Express s.r.o. besitzen Lizenzen und Sicherheitszertifikate Teil A, die in der Tschechischen Republik ausgestellt wurden. Leo Express Global a.s. besitzt ein Zertifikat Teil B, das bis zum 20. April 2022 gültig ist und vom Präsidenten der Eisenbahnverkehrsbehörde ausgestellt wurde. Leo Express s.r.o ist dabei, das Sicherheitszertifikat Teil B zu erwerben. Die Gesellschaft hat den Antrag am 18. Juni 2019 gestellt. Die Ausstellung des Teils B ist Gegenstand eines gesonderten Verfahrens vor dem Präsidenten der UTK.

Die Entscheidung über den freien Zugang auf einer internationalen Strecke ist ein weiteres Dokument, das ein ausländischer Betreiber benötigt, um Züge auf einer bestimmten Strecke zu starten. Vor dem Erlass einer Entscheidung kann die Regulierungsbehörde den Hauptzweck des vorgeschlagenen neuen Dienstes oder dessen Auswirkungen auf das wirtschaftliche Gleichgewicht öffentlicher Dienstleistungsaufträge prüfen. Der Präsident der UTK führt die Umfrage jedoch nur auf Wunsch der berechtigten Personen durch.

Im Falle der Hauptzweckprüfung wird geprüft, ob das Unternehmen tatsächlich beabsichtigt, einen neuen Dienst auf der Grundlage eines Personenverkehrs zwischen Mitgliedstaaten aufzunehmen, oder ob der Dienst für den innerstaatlichen Betrieb bestimmt ist. Der Präsident der UTK prüft dieses Ziel unter anderem auf Antrag eines Gremiums, das einen Vertrag über die Erbringung öffentlicher Schienenverkehrsdienste unterzeichnet hat (z.B. des Ministers für Infrastruktur oder der Selbstverwaltung einer Woiwodschaft), oder eines Eisenbahnunternehmens, das Verkehrsdienste im Rahmen eines Vertrages über die Erbringung öffentlicher Dienste betreibt.

Der Präsident der UTK kann, auch auf Antrag, die Auswirkungen auf das wirtschaftliche Gleichgewicht eines abgeschlossenen PSC (Public Service Contract) prüfen. In diesem Fall sind die antragsberechtigten Parteien unter anderem das Eisenbahnunternehmen oder der Betreiber des öffentlichen Verkehrs. Das wirtschaftliche Gleichgewicht kann beeinträchtigt werden, wenn der neue Dienst erhebliche negative Auswirkungen auf die Rentabilität der im Rahmen des öffentlichen Dienstleistungsauftrags erbrachten Dienstleistungen oder auf die Nettokosten der Auftragsvergabe hat.

Im Jahr 2017 hatte der Präsident der UTK bereits eine positive Entscheidung für LEO Express für Fahrten zwischen Prag hl. n. und Kraków Główny getroffen. Seit Juli 2018 verkehren nun Züge von Leo Express an den Wochenenden zwischen Prag und Kraków, welche von Ende Juni bis Anfang September 2019 sogar täglich fahren werden.

Leo Express führt in der Tschechischen Republik seit Ende 2012 mit Triebzügen des Typs FLIRT Intercity-Verkehre zwischen Prag und Ostrava / Bohumin / Karviná durch, davon zwei Zugpaare sogar weiter bis Košice in der Slowakei. Im August 2017 hat Leo Express die Fahrplantrassen der insolventen Gesellschaft Locomore übernommen, welche seither von der Tochtergesellschaft Flixtrain betrieben werden.

WKZ, Rüdiger Lüders, Quelle UTK

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Letzte Änderung am Dienstag, 25 Juni 2019 18:36

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