
Foto Renfe.
Die Nationale Kommission für Märkte und Wettbewerb (CNMC) hat dem Infrastrukturbetreiber Adif am Mittwoch (26.06.19) mitgeteilt (STP/DTSP/032/19), welche Änderungen er an der Netzerklärung 2019 vornehmen muss, um den Eintritt von Wettbewerbern in den derzeit von Renfe dominierten AVE-Hochgeschwindigkeitsverkehr zu erleichtern.
Das Liberalisierungsangebot der Adif sieht vor, das AVE-Netz in drei Korridore (Madrid - Barcelona, Madrid - Valencia und Madrid - Sevilla - Málaga) mit jeweils drei gewichteten Angebotsklassen A, B und C zu unterteilen. Sie Angebotsfrist für die Bewerber wurde auf den 31.10.19 verlängert, die Inbetriebnahme soll im Dezember 2020 erfolgen.
So umfasst beispielsweise das Paket A des Korridors Madrid - Barcelona 32 Fahrten pro Tag (zwei Züge pro Stunde und Richtung), was mehr oder weniger dem aktuellen Angebot von Renfe entspricht. Das Paket B besteht aus 16 Umläufen pro Tag und C aus vier Zügen pro Tag und Richtung, was es zu einem idealen Paket für Unternehmen macht, die einen Charterdienst anbieten wollen.
Adif hatte ursprünglich die Laufzeit der AVE-Pakete auf zehn Jahre festgelegt, um "den Angeboten neuer Marktteilnehmern Stabilität zu verleihen". Die CNMC verlangt nun eine Verkürzung dieser Frist für die A-Pakete auf fünf Jahre. "Angesichts der wichtigen Ähnlichkeiten zwischen dem aktuellen Angebot von Renfe und dem so genannten Paket A muss dieser Rahmenvertrag auf fünf Jahre verlängerbar reduziert werden. Diese Einschränkung des Pakets wird Renfe die Anpassung der Dienstleistungen an die Veränderungen durch die Liberalisierung erleichtern", erklärt das Gremium unter dem Vorsitz von José María Marín Quemada.
Was die Zuweisung der verfügbaren Trassen nach Paketen betrifft, so möchte die CNMC dieses System auf Fälle beschränken, in denen "Rahmenkapazitätsanforderungen die Verfügbarkeit überschreiten". Generell sollten die Eisenbahnunternehmen aber "die Möglichkeit haben, die Rahmenkapazität anzufordern, die sie für ihren Geschäftsplan für angemessen halten". Dies sollte nicht durch die Struktur und Kapazität der vom Infrastrukturbetreiber vorgeschlagenen Pakete eingeschränkt werden.
Sofern die Anfragen die Verfügbarkeit nicht überschreiten, muss Adif allen Unternehmen, die dies wünschen, Betriebskapazitäten (Trassen) zuweisen. Für den Fall, dass die Nachfrage das Angebot von Adif übersteigt, hält CNMC es für gerechtfertigt, die Zuteilung an Unternehmen zu priorisieren, die sich zu einer intensiveren Nutzung aller Hochgeschwindigkeitskorridore verpflichten, da dies die Nachhaltigkeit des Schienennetzes vergrößern würde.
Obwohl das Hochgeschwindigkeitsnetz in der Lage ist, den Verkehr um 60 % zu erhöhen, weist das Netz eine Reihe von Engpässen auf, die den Anstieg des Angebots begrenzen, wie die Bahnhöfe Atocha, Chamartin oder Sans. Die CNMC verlangt deshalb, das Adif seinen Vorschlag für den Zugang zu den Stationen Ende des Jahres aktualisiert, sobald die neuen Wettbewerber und deren Bedürfnisse bekannt sind.
WKZ, Quelle CNMC, El Economista