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Samstag, 29 Juni 2019 10:00

Dänemark: Zweites Gleis Pattburg-Tingleff sollte bis Abschluss des Fehmarnbeltausbaus warten

Eingleisige Bahn Tingleff

Der15 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Tingleff und Pattburg ist eingleisig, der zweigleisige Ausbau würde mit zeitweiligen Sperrungen verbunden sein. Foto: V. Heesch.

Der neue Transportminister Benny Engelbrecht (Soz.) spricht sich für den zweigleisigen Ausbau der Bahn zwischen Tingleff und Pattburg aus. Angesichts des in diesem Jahr anlaufenden Umleitungsverkehrs der Züge zwischen Hamburg und Kopenhagen über Flensburg-Odense wegen der Sperrung der Zufahrtsstrecken zum geplanten Fehmarnbelttunnel hält Engelbrecht Bauarbeiten auf der dann einzigen Fernverkehrsstrecke zwischen Nordeuropa und Deutschland fin den kommenden Jahren für nicht sinnvoll.

„Wegen der Umleitung des Zugverkehrs Hamburg-Kopenhagen über Nordschleswig ist eine Baustelle bei Tingleff aktuell einfach zu riskant“, so Engelbrecht. Bei den Bauarbeiten erforderliche Streckensperrungen seien nicht akzeptabel.

Der Schienenengpass zwischen Pattburg und Tingleff, es ist auf der Hauptstrecke Hamburg-Flensburg-Odense-Kopenhagen der einzige nur eingleisige Streckenabschnitt, ist seit Jahrzehnten ein verkehrspolitischer Zankapfel. Bereits in den Vereinbarungen für den Bau der Brücken-Tunnel-Bahnverbindung zwischen Fünen und Seeland war neben der Elektrifizierung ein durchgängig zweigleisiger Ausbau festgeschrieben worden. Doch trotz Forderungen aus der Region und dem Transportgewerbe ist es bis heute nicht zur Beseitigung des Engpasses gekommen.

Engelbrecht erwartet, dass die Fernverkehrszüge Kopenhagen-Hamburg mit wenigen Halts durch Dänemark und Schleswig-Holstein rollen werden, um trotz des Umwegs von 160 Kilometer Länge bei Fahrt durch den Tunnel unter dem Großen Belt kurze Reisezeiten bieten zu können.
„Die Klimavorkämpferin Greta Thunberg nutzt ja die Züge von Schweden nach Mitteleuropa. Sie könnte dann auch einmal in Kolding Station machen und für ihre Anliegen werben“, so Engelbrecht zum bevorstehenden Umleitungsverkehr. Er hält die Fehmarnverbindung auch deshalb für sinnvoll, weil der dort geplante schnelle Zugverkehr zwischen Schweden/Dänemark und Deutschland viele klimaschädliche Flüge ersetzen könnte.

Auf der Verbindung Kopenhagen-Hamburg werden in absehbarer Zeit moderne Züge mit elektrischen Vectron-Zweisystemlokomotiven der Dänischen Staatsbahnen eingesetzt, die mit über Tempo 200 über die Hochgeschwindigkeitsstrecke Kopenhagen-Køge geleitet werden. Hee

Neuer Verkehrsminister sieht Nachholbedarf bei der Bahn in Dänemark

Der neue dänisch Verkehrsminister Benny Engelbrecht (Soz.) äußerte sich im Interview mit dem Nordschleswiger auch allgemein zur Verkehrspolitik in Dänemark. „Jetzt nach den Wahlen müssen wir zunächst einmal das Arbeitszeug überstreifen und uns Zeit für sorgfältige Planungen nehmen. Es ist gut, dass die nächsten Wahlen noch nicht in Sicht sind“, erklärte der Minister und erinnerte daran, dass in der vergangenen Legislaturperiode die von einer breiten Mehrheit beschlossene Verkehrspolitik Sand im Getriebe hatte. Das habe der einst mit großer Mehrheit beschlossene Zugfonds gezeigt, der bei den politischen Kämpfen zuletzt unter die Räder gekommen sei.

„Wir müssen jetzt für eine rasche Elektrifizierung der Bahn nach Aarhus sorgen und das neue Signalsystem muss in Betrieb gesetzt werden“, erklärte Engelbrecht, der von einem großen Nachholbedarf im Bereich des Bahnverkehrs in Dänemark spricht. „In Nordschleswig sind wir da eher in einer privilegierten Position“, sagte er unter Hinweis auf die dort schon vor Jahrzehnten elektrifizierte Hauptstrecke. Beim Güterverkehr bevorzugt Engelbrecht Lösungen, Lkw- und Schienenverkehr durch verstärkten kombinierten Verkehr miteinander zu verbinden.

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