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Montag, 01 Juli 2019 07:05

Großbritannien: Network Rail bietet für die Schienenproduktion von British Steel

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Der britische Netzverwalter Network Rail hat ein Angebot für das Rail Service Center von British Steel abgegeben. Der zweitgrößte britische Stahlproduzent ist letzten Monat in die Insolvenz gegangen.

Das staatseigene Unternehmen Network Rail legte Ende Freitag (28.06.19) eine Absichtserklärung vor, den Teil des Unternehmens zu kaufen, der für das Schweißen, Veredeln und Lagern von Schienen für das britische Eisenbahnnetz verantwortlich ist. Network Rail besitzt und betreibt die britische Eisenbahninfrastruktur, darunter 20.000 Meilen Gleis, und ist ein bedeutender Kunde von British Steel, der jährlich 100.000 t Schienen kauft.

Die Bewerbung von Network Rail ist nur eines von etwa 10 Angeboten, die britischen Medien zufolge bis zur erweiterten Angebotsfrist am 30.06.19 beim Konkursverwalter eingereicht werden, der letzten Monat die Kontrolle über British Steel übernommen hat.

Der zweitgrößte Stahlproduzent Großbritanniens ging im Mai in die Insolvenz, nachdem die Regierung einen Notfallkredit in Höhe von 30 Mio. GBP (33 Mio. Euro) abgelehnt hatte. Die Hauptabteilung des Unternehmens, die ihren Sitz im Scunthorpe-Werk in Lincolnshire hat, steht unter der Kontrolle des Konkursverwalters, der den täglichen Betrieb überwacht und sicherstellt, dass Rechnungen und Löhne bezahlt werden. 25.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr, davon 5.000 in Scunthorpe.

Es werden Angebote im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwartet, sagten zwei Personen, die mit dem Prozess vertraut sind. Es besteht auch Interesse an einigen der kleineren Fabriken von British Steel, die den Ausgangsstoff zu Mehrwertprodukten verarbeiten.

Während die Vorbereitungsphase von vielen als zu kurz kritisiert wurde, besteht ein zusätzliches Problem in der anhaltenden Verwirrung über den Brexit. "Jeder, der dieses Geschäft übernimmt, wird mit der Situation konfrontiert, wie sich der Markt entwickelt."

Zu den potenziellen Investoren zählt die britische Presse mehrere Unternehmen auf, darunter Evraz, das russische Stahl- und Bergbauunternehmen, Liberty House, der von Sanjeev Gupta geführte Industriekonzern, das indische Stahlunternehmen JSW und Greybull Capital, die Buyout-Gruppe, unter der als Eigentümer British Steel zusammenbrach. Greybull erwägt auch ein Übernahmeangebot für das französische Werk sowie für die niederländische Tochtergesellschaft FN Steel. Auch der chinesische Stahlproduzent Baowu hätte Interesse, so eine Person, die dem Verkaufsprozess nahe steht.

Network Rail und der Staat würden es vorziehen, wenn ein großer Käufer British Steel vollständig weiterführt, aber bisher sei keiner der potenziellen Käufer bereit, das gesamte Unternehmen zu übernehmen, da Investitionen erforderlich sind, um die Firma nach Jahren der Unterinvestition profitabel zu machen.

WKZ, GK, Quelle Telegraph, BBC, Euronews, Financial Times

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Letzte Änderung am Sonntag, 30 Juni 2019 17:09

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