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Montag, 15 Juli 2019 07:10

Frankreich: Letzte Fahrt des Frühzuges Perpignan-Rungis - oder auch nicht

Der Frühzug mit Frischgemüse aus Perpignan zu den Pariser Markthallen in Rungis sollte am Freitag, den 12. Juli 2019, aus Mangel an Kunden zum letzten Mal gefahren sein. Die Trasse bleibt gemäß der SNCF vorerst offen, Verkehrsministerin Elisabeth Borne kündigte in einem Interview mit der Regionalzeitung Midi Libre an, der Zug werde am Montag (15.07.19) trotzdem fahren.

Elisabeth Borne verkündete: "Wenn wir nicht eingegriffen hätten, wäre dieser Zug stehen geblieben. Er wird bis zur Einführung einer nachhaltigen Bahnlösung aufrechterhalten. Er wird nächste Woche auf der Schiene sein, solange es Waren zu transportieren gibt."

In überalterten Kühlwagen transportierte der "Train des Primeurs" 400.000 t Obst und Gemüse pro Jahr von Südfrankreich in die Region Ile-de-France. Die einzige "noch laufende" Bestellung der Transporteure Roca und Rey endete am Freitag. Die Kunden hätten ihre Verträge nicht verlängert, sagte ein Sprecher der Frachtsparte Fret SNCF.

Bereits in den letzten Tagen seien die Züge mit nur vier Waggons statt etwa zwanzig wie gewohnt gefahren. Die Transportvolumina - vornehmlich auch Waren aus Spanien und Marokko - sind zurückgegangen, zum einen, weil das Ende der Saison naht und zum anderen, weil die Kunden mit der Verladung in LKW begonnen haben.

Im Mai hatte die SNCF vorgeschlagen, die Transporte bis Ende des Jahres zu verlängern, danach müssen die schon 40 Jahre alten Kühlwaggons aus dem Betrieb genommen werden. Dies würde 20 Mio. Euro kosten, ein Preis, den weder Roca noch Rey bereit waren zu zahlen. Ersatzweise sollte das Gemüse in Containern mit dem Zug transportiert werden.

Thomas Portes vom Ausschuss "Sauvons le train Perpignan-Rungis" verlieh am Freitag bei Abfahrt des vermeintlich letzten Zuges Verkehrsministerin Elisabeth Borne den Preis der "Umweltverschmutzerin 2018-2019". Dank ihrer Untätigkeit werden jedes Jahr 25.000 LKW auf den Straßen unterwegs sein. Er wies darauf hin, dass die "63.000 Euro umstrittener Arbeitskosten" in der Wohnung des Ministers für den ökologischen Übergang, François de Rugy, der Instandhaltung von vier Wagen entsprechen. "Wir erwarten die Prioritäten des Umweltministers", forderte er.

Der Minister für den ökologischen Übergang, François de Rugy, wurde von der der investiven Journalisten-Organisation Mediapart beschuldigt, ein luxeriöses Leben auf Kosten des Staates zu führen und den Umbau seiner Dienstwohnung im Umweltministerium für 63.000 Euro veranlasst zu haben. Im Journal du dimanche (JDD) wandte er sich am Sonntag (14.07.19) gegen die Behauptungen von Médiapart und erklärte, dies sei "die Fantasie der Kopfabschneider".

Am 17. Juli findet ein weiteres Gespräch zum Frühzug mit allen Beteiligten statt.

WKZ, Quelle La France Agricole, LCI

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Letzte Änderung am Montag, 15 Juli 2019 07:19

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