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Freitag, 19 Juli 2019 09:45

Schweiz: SBB entdeckt Fehler im Zugsicherungssystem ETCS L2

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Die SBB hat im Zugsicherungssystem ETCS L2 einen Fehler entdeckt und Sofortmassnahmen umgesetzt. Dank der Massnahmen ist das Restrisiko minimiert und die Sicherheit gewährleistet. Den Fehler hat die SBB entdeckt, nachdem ein Zug eine Fahrerlaubnis erhielt, obwohl dieser keine freie Fahrt hatte.

Der Güterzug mit der Lokomotive des Typs Re420 erhielt Ende Juni 2019 auf der Strecke Lausanne-Villeneuve fälschlicherweise eine Fahrerlaubnis, obwohl dieser keine freie Fahrt hatte. Ein ähnlicher Vorfall hatte sich mit einem Lösch- und Rettungszug im April 2019 bei Flüelen ereignet. In beiden Fällen hat die SBB die betroffenen Fahrzeuge sofort ausgereiht.

Nach dem Vorfall in Flüelen hat die SBB zudem den Instandhaltungsprozess überprüft und verbessert und die Lieferindustrie mit der Fehlerkorrektur beauftragt. Aufgrund des Zusammentreffens von verschiedenen Faktoren ging die SBB im Falle von Flüelen im April von einem Einzelfall aus. In beiden Fällen kam niemand zu Schaden und es bestand keine Gefährdung.

Die Analyse hat gezeigt, dass die Vorfälle auf eine Verknüpfung mehrerer Umstände zurückzuführen sind. Es war während der Instandhaltung bei der SBB zu fehlerhaften Einstellungen an den Fahrzeugen gekommen, welche die genaue Positionsbestimmung der Fahrzeuge verhinderten. Weder die Onboard-Systeme noch die Sicherungsanlagen entlang der Bahnstrecke haben auf diesen Fehler reagiert. Die Kombination dieser Tatsachen hat dazu geführt, dass den Fahrzeugen fälschlicherweise freie Fahrt für die gemeldete Position erteilt wurde. In Tat und Wahrheit waren die Fahrzeuge aber weit von diesem Ort entfernt. Von diesem Zusammenwirken von Strecke und zugbasierten Systemen sind die Strecken Lausanne-Villeneuve und die Gotthard-Basislinie betroffen.

Sofortmassnahmen eingeleitet

Die SBB hat zusammen mit den betroffenen Industriepartnern Sofortmassnahmen eingeleitet, die solche Vorfälle künftig verhindern sollen:

Es erfolgt ein systematisches und kontinuierliches Monitoring und damit eine Überprüfung, ob die verkehrenden Fahrzeuge eine Auffälligkeit bezüglich der Positionsbestimmung zeigen.

Alle betroffenen Mitarbeitenden, Infrastrukturbetreiberinnen und Eisenbahnverkehrsunternehmen sind informiert.

Die Sicherungsanlagen entlang der betroffenen Bahnstrecken wurden neu konfiguriert.

Mit den getroffenen Sofortmassnahmen und der Neukonfiguration wird die Wirkkette der Gefährdung an verschiedenen Stellen unabhängig voneinander unterbrochen. Damit ist das verbleibende Restrisiko deutlich minimiert und die Sicherheit ist gewährleistet. Das Vorgehen und die Methodik entsprechen der üblichen mit dem BAV festgelegten Methodik der Sicherheitsnachweisführung.

Die SBB hat das Bundesamt für Verkehr, die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle sowie Eisenbahnverkehrsunternehmen, Infrastrukturbetreiberinnen und die Industriepartner der «Union Industry of Signalling» (UNISIG) informiert. Die Industriepartner arbeiten an einer nachhaltigen Behebung des Fehlers.

Sicherheit oberste Priorität

Die SBB unternimmt im Bereich der Sicherheit grosse Anstrengungen und steigert das Sicherheitsniveau kontinuierlich. Trotzdem gibt es auch im Bahnverkehr keine 100-prozentige Sicherheit, ein Restrisiko bleibt immer bestehen.

Pressemeldung SBB

 

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