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Montag, 22 Juli 2019 07:10

Griechenland: Es fehlt Bahnpersonal - Züge fallen aus

Ähnlich wie in anderen europäischen Ländern steht das größte griechische EVU TrainOSE vor massiven Personalproblemen, nicht zuletzt deshalb, weil man sich jahrelang (auch schon vor der Krise) nicht um qualifizierten Nachwuchs gekümmert hat. Jetzt ist die Situation eingetreten, dass große Teile des Personals kurz vor dem Ruhestand stehen und gleichzeitig das Beförderungsvolumen und damit der Personalbedarf steigt.

Zusammen mit der deutsch-griechischen Handelskammer und dem Zentralverand der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) wurde ein duales Ausbildungsprogramm im Rahmen von VETNET iniziiert (der Lok-Report berichtete), jetzt wurden von 120 erfolgreichen Absolventen in techischen Ausbildungsberufen 73 von der Schienenfahrzeugwartungsgesellschaft ROSCO/EESSTY) übernommen, viele der übrigen müssen zunächst ihren Militärdienst ableisten. 2020 wird die nächste Gruppe ihre Ausbildung abschließen.

Bei der Suche nach Lokführeranwärtern gestaltet sich die Suche schwierig, die zuletzt ausgeschriebenen 70 Positionen konnten nur müsam besetzt werden, offen ist dann auch, wie viele die Ausbildung zum Lokführer abschließen werden. Anders verlief es bei der Ausschreibung für Zugbegleiterstellen, offensichtlich gibt es hier nur geringe Ausbildungsvoraussetzungen.

Wie mehrere Tageszeitungen berichten, wurde TrainOSE mit 9600 Bewerbungen für 70 Stellen regelrecht überrollt.

Fazit: (Nicht nur) in Griechenland ist die Ausbildung eines qualifizierten techisch/handwerklichen Nachwuchses dringend geboten. Wegen des Personalmangels kann der Proastiakosverkehr von Patra nach Kato Achaia auf der reaktivierten Meterspurstrecke vorerst nicht aufgenommen werden, ebenso verkehren fast alle internationalen Personenzüge im Busersatzverkehr.

Prof. Dr. Johannes Schenkel

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