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Montag, 29 Juli 2019 07:10

Großbritannien: Boris Johnson unterstützt die geplante Neubaustrecke Manchester – Leeds

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Boris Johnson während seines Besuchs in Manchester. Fotos UK Prime Minister.

Während einer Rede vor etwa 100 Zuhörern im „Science and Industry Museum“ in Manchester bekräftigte der neue britische Premierminister, Boris Johnson, dass er sich für eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Manchester und Leeds einsetzen wird, da diese Neubaustrecke „kolossale“ Vorteile für Nordengland mit sich bringt.

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So könnte HS3 aussehen. Grafik WKZ nach Vorstellung der BBC.

Der ebenfalls anwesende Oberbürgermeister von Manchester, Andy Burnham, entgegnete daraufhin, dass er nun eine schnelle Umsetzung der Pläne erwarte, die Johnson versprochen hat. Doch Boris Johnson erklärte, dass die genauen Pläne der neuen Ost-West-Verbindung – in der Planung HS3 genannt – in Nordengland erst vorgelegt würden, nachdem die laufende Analyse der Hochgeschwindigkeitsstrecke HS2 (von London nach Nordengland) im Herbst abgeschlossen sei.

Gleichzeitig stellte Boris Johnson jedoch die Neubaustrecke in den Rahmen seiner Regierungsziele, welche eine Verbesserung der öffentlichen Versorgung, der Wohnungssituation, der öffentlichen Sicherheit und der staatlichen Verantwortung für kommunale Aufgaben umfasse.

Die Verbesserung des Schienenpersonenverkehrs in Nordengland, von der vorhergehenden Regierung als „Northern Powerhouse Rail Project“ eingeführt und unterstützt, verknüpfte Johnson nun mit der Neubaustrecke HS3, welche etwa 39 Mrd. GBP (ca. 43 Mrd. EUR) kosten soll.

Daraufhin antwortete der Oberbürgermeister von Manchester, dass er die Aussage des neuen Premierministers gern zur Kenntnis genommen hätte, an gleicher Stelle jedoch bereits vor fünf Jahren ein sehr ähnlich klingendes Versrechen vom damaligen Finanzminister George Osborne gehört hätte, sich tatsächlich die Verkehrssituation in den vergangenen fünf Jahren aber nur verschlechtert hätten.

Den Ausbau von Busverbindungen und ein ähnliches Nahverkehrssystem wie im Großraum London auch in Manchester und Umgebung einzuführen, höre sich zwar gut an, doch man erwarte nun eine baldige Umsetzung. Dabei sollen auch andere nordenglische Städte wie Liverpool, Sheffield und Newcastle nicht vergessen werden. Der Pendlerverkehr im Norden sei für die Betroffenen ein täglicher Alptraum, und dabei würde hier eine einzige Busfahrt schon 4 GBP (4,45 Euro) kosten – im Vergleich zu 1,50 GBP (1,66 Euro) in London.

Der verkehrspolitische Sprecher der Labour Party, Andy McDonald, Unterhausabgeordneter für den nordenglischen Bezirk Middlesbrough, ergänzte dazu, dass eine Verbesserung der Verkehrsverbindungen im Norden immer wieder von den Konservativen versprochen worden wäre. Doch Boris Johnson, der es nicht einmal geschafft habe, eine neue Brücke über die Themse und einen weitere Flughafen in London einzurichten, sei wohl auch nicht in der Lage, das Zugangebot zwischen Leeds und Manchester zu verbessern.

Was hier aber wirklich gebraucht würde, sei ein – wie von Labour vorgeschlagenes – Crossrail-Projekt für den Norden, mit besseren und schnelleren Bahnverbindungenzwischen Liverpool und Hull sowie dem gesamten Nordosten, um das wirtschaftliche Potential der Region optimal zu nutzen. Nur die Verbindung zwischen Leeds und Manchester könne das nicht erreichen.

Rüdiger Lüders, Quelle BBC

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Letzte Änderung am Sonntag, 28 Juli 2019 16:37

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