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Mittwoch, 29 Oktober 2014 14:55

Großbritannien: Auf HS2 folgt HS3

Der britische Premierminister David Cameron hat am 27.10.14 grünes Licht zur Entwicklung der Pläne zum Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke "High Speed 3" (HS3) im Norden von England gegeben. Er bezieht sich damit auf den von Sir David Higgins verfassten Bericht "Rebalancing Britain: From HS2 towards a national transport strategy" über den Ausbau von HS2, der sich für bessere Ost-West-Bahnverbindungen in Nordengland als "wünschenswert" und "möglich" ausspricht.

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Diese Linien könnten in HS3 eingebunden werden. Grafik Higgins-Report.

Die bestehende Station in Leeds soll demnach ausgiebig überarbeitet werden, um einerseits ein neues Highspeed-Terminal für den östlichen Schenkel der HS2 bereitzustellen und andererseits eine zentrale Drehscheibe für die Ost-West-Verbindung "HS3" von Liverpool nach Hull über Leeds und Manchester. Auch der Ausbau weiterer Hubs wie Crewe wird diskutiert.

Die Regierung sagte, es würde nun eine Strategie entwickeln, um Kosten und einen Zeitplan für HS3 zu bestimmen. Ein Bericht soll im März 2015 angefertigt werden. Herr Cameron nannte die Verbesserung der Verbindungen und Verkürzung der Fahrzeiten "entscheidend" für die langfristige Wirtschaftsplanung der Regierung für den Norden von England. Auch wenn der Bau von Hochgeschwindigkeitsstrecken nicht immer in der Bevölkerung beliebt sei, so sei er richtig.

Neue Ost-West-Verbindungen im Norden sollen die Fahrzeiten von Manchester nach Leeds von 48 auf 26 Minuten verkürzen. Die neuen von von Sir David Higgins vorgeschlagenen Ost-West-Verbindungen würden zusätzlich zu dem "Y" der HS2 eine Ost-West-Verbindung von Manchester nach Leeds bereit stellen. Sir David schlägt dabei eine Mischung aus aktuellen und neuen Strecken vor.

In den zwei riesigen Städten Leeds und Manchester würden nur weniger als ein halbes Prozent der Menschen von jeder Stadt in der anderen arbeiten. In der Welt des Wettbewerbs sei es zur Bindung qualifizierten Personals aber entscheidend für die Städte, eine gute, zuverlässige und schnelle Eisenbahnverbindung zu erhalten.

Doch es gibt auch Gegenstimmen. Dr. Richard Wellings von der ältesten britischen marktliberalen Denkfabrik, dem Institut für Wirtschaft (Institute of Economic Affairs, IEA), beschreibt HS3 als "wenig mehr als ein kostspieliges Eitelkeits-Projekt". HS3 sei eine teure und ineffiziente Art, die nördlichen Städten zu verknüpfen, die relativ eng beieinander liegen. Ein Hochgeschwindigkeitsstrecke würde für die meisten Reisenden kaum einen Unterschied in den Tür-zu-Tür-Reisezeiten bringen, wobei die nördlichen Ballungsräumen um zahlreiche verschiedene Städte geografisch verteilt sind. Es wäre besser, mehrere weniger kostspielige kleinere Projekte auszubauen.

WKZ, Volker Starrock, Quellen BBC, DfT, IEA

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