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Dienstag, 30 Juli 2019 07:05

Spanien: Neue ADIF-Netzdeklarationen ermöglichen Angebotsabgabe für den liberalisierten AVE-Verkehr

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Foto Renfe.

Am 22. Juli 2019 genehmigten die Verwaltungsräte von Adif und Adif Alta Velocidad die Änderung ihrer jeweiligen Netzdeklarationen (Declaraciones sobre la Red) für 2019 und schufen damit die Grundlagen für den Prozess der Öffnung des spanischen Personenverkehrs für den Wettbewerb, der am 14. Dezember 2020 an den Start gehen soll. Das 332-seitige Abschlussdokument - gültig seit 23.07.19 - legt das System für die Vergabe von Hochgeschwindigkeits-Eisenbahninfrastrukturen fest, nach dem Unternehmen Kapazitätsanträge bis zum 31. Oktober 2019 stellen können.

Da von den mehr als 15.000 km Eisenbahnstrecken in Spanien nur wenige Hochgeschwindigkeitsstrecken für private Betreiber attraktiv sind, hat sich Adif dafür entschieden, die zukünftige Nachfrage auf Basis von drei Korridoren zu kanalisieren:

• Madrid - Barcelona - Grenze Grenze Frankreich,
• Madrid - Levante (Valencia und Alicante) und
• Madrid - Südspanien (Toledo, Sevilla und Malaga).

Jeder dieser Korridore wurde in drei Pakete (A, B und C) unterteilt, die auf der Grundlage der Anzahl der für jeden Korridor festgelegten täglichen Dienste konzipiert wurden. Damit bietet Adif eine Gesamtkapazität, die um 65% höher ist, als sie derzeit auf Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnkorridoren genutzt wird. Unternehmen, die eine intensivere Nutzung des Netzwerks sicherstellen und damit mehr Gewinn erzielen, werden bei der Vergabe Priorität haben.

Die Unternehmen können Rahmenverträge über die Erbringung von Hochgeschwindigkeits-Personenverkehrsdiensten abschließen, die den Kapazitäten der drei Pakete (A, B und C) für 10 Jahre entsprechen. Die spanische Markt- und Wettbewerbsaufsicht CNMC hat eine erneuerbare Fünfjahresfrist für das "Paket A" vorgeschlagen, diese wurde nicht angenommen. Stattdessen ist die Möglichkeit vorgesehen, dass die CNMC Vereinbarungen mit einer Laufzeit von mehr als 5 Jahren überprüft.

Schließlich enthält die geänderte Netzdeklaration 2019 auf Vorschlag der CNMC drei neue Konzepte der Kapazitätszuweisung für spezielle Infrastrukturen:

Spezialisierte Strecken, die für den Verkehr über 380 km/h zugelassen sind und mit Höchstgeschwindigkeiten von 300 km/h oder höher befahren werden, z..B. Madrid - Sevilla.
Koordinierte Bahnhöfe, in denen eine hohe Nachfrage nach stationären Zügen auf den Gleisen zu erwarten ist, z.B. Puerta de Atocha und Chamartín in Madrid.
Überlastete Infrastrukturen wie der Bahnhof Madrid Puerta de Atocha und die Hochgeschwindigkeitsinfrastrukturen in Madrid Chamartín und Barcelona Sants.

Die möglichen Bewerber haben jetzt bis zum 31. Oktober Zeit, um ihre Angebote abzugeben, denn sie können jetzt die Frage klären, wie viel sie für die Nutzung der Infrastruktur bezahlen müssen.

WKZ, Quelle La Vanguardia, Lexology

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