english

Montag, 05 August 2019 09:16

Österreich: Alliance For Nature fordert von Behörden unverzügliche und vollständige Aufklärung zur Gewässerverunreinigung

66103480 2219067475051845 1913310997251096576 o

Foto Jürgen W.

Nach dem Wasser- und Erdmasseneinbruch beim Zwischenangriff Göstritz des Bauvorhabens "Semmering-Basistunnel neu" spielten die Projektbetreiber die kilometerlange Verunreinigung des Göstritz- und Auebaches sowie der Schwarza herunter und verkündeten, dass bloß "ausgespülter Sand die sichtbare Trübung verursacht".

Der gerichtlich zertifizierte Sachverständige für Ingenieurgeologie Prof. Dr. Josef Lueger vermutete aufgrund des milchigen Aussehens der verunreinigten Gewässerabschnitte hingegen, "dass die Trübungen von Gipspartikeln mit sehr kleinen Korngrößen (Schluff- oder Tonfraktion) herrühren."

Schließlich hat auch die Stadt Gloggnitz in ihren Einwendungen zu diesem umstrittenen Milliardenprojekt festgehalten: "(...) Wie bereits oben ausgeführt wendet sich die Stadtgemeinde gegen die Einleitung der Bergwässer in die Schwarza: Gerade die im Projekt vorgesehene Retention und Reinigung der Bergwässer zeigt, dass durch die Einleitung der Bergwässer eine Belastung des Vorfluters Schwarza sowohl durch die Temperatur der Bergwässer als auch die hohen Lösungsinhalte der Bergwässer und zwar insbesondere hinsichtlich der Konzentration an Sulfat, Kalzium, Magnesium und Hydogenkarbonat, aber auch reinen Gips. zu befürchten ist. (...)"

Auch die Bürgerinitiative "STOPP dem Bahn-Tunnelwahn!" machte auf ein weit verzweigtes Gipsbergwerk aufmerksam: "(...) In Schottwien und Göstritz gab es früher ein großes, weit verzweigtes Gipsbergwerk. Den Überlieferungen nach reichten einige Stollen sicherlich bis zur Tunneltrasse. Diese Überlieferungen berichten auch von unterirdischen Seen. In den UVP-Unterlagen gibt es keinerlei Informationen zu diesem Bergwerk. (...)"

Wie Medien nun berichten, seien laut Angaben der Abteilung für Wasserwirtschaft des Landes Niederösterreich "die bei Arbeiten am Semmering-Basistunnel verursachten Verunreinigungen im Göstritz- und Auebach nicht durch Gips entstanden."

Prof. Josef Lueger hält die Untersuchung der Gewässeraufsicht jedoch für fragwürdig, die Schlussfolgerung der Behörde irreführend und deren Vorgangsweise eine Ablenkung von den Hauptproblemen.

Alliance For Nature fordert daher die Behörden auf, die Bevölkerung nun endlich über die Ursachen der Gewässerverunreinigungen ausführlich und nachvollziehbar aufzuklären. "Wenn nicht Gips, was war dann der Grund für die kilometerlange weiße Brühe, die sich quer durch den Bezirk Neunkirchen zog?", will Alliance-Generalsekretär Christian Schuhböck wissen. "Weshalb informiert man die Bevölkerung nicht darüber, was tatsächlich durch die Tunnelbauarbeiten in die Bäche und in den Schwarza-Fluss gelangt ist? Was will man der Öffentlichkeit vorenthalten oder gar verheimlichen?"

Pressemeldung Alliance for Nature

Zurück

Letzte Änderung am Montag, 05 August 2019 09:29

Nachrichten-Filter