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Freitag, 30 August 2019 13:58

Großbritannien: Streik bei South Western Railway bis Montag

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Bild vom Streik und Archivbilder der Guards. Fotos RMT, Rüdiger Lüders.

Nachdem die South Western Railway (SWR) bereits seit Ende 2017 mehrmals, insgesamt an 34 Tagen, von der Gewerkschaft RMT bestreikt worden war, begann heute eine weitere Streikaktion wegen der unklaren Beschäftigungsaussichten der sog. "Guards", also der Zugbegleiter*innen.  Bis Montag, den 2.9. werden mehrere hundert "Guards" ihre Arbeit nicht antreten, um stattdessen für ihre Rechte zu kämpfen.

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Der Generalsekretär der Gewerkschaft RMT, Mick Cash erklärte dazu heute früh: "Unsere Mitglieder stehen auch am ersten Tag der erneuten Streikaktion vereint und fest verbunden im Kampf für mehr Sicherheit im Betrieb der Züge von South Western Railways.
Trotz unserer Bemühungen mit SWR eine Vereinbarung zu unterzeichnen, welche die Bedeutung der Guards als sicherheitskritische Verbindungsfunktion zwischen den Fahrgästen und dem Zug, spielt das Management von SWR nur auf Zeit und versucht die Lösung dieses Problems auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben. Nun liegt es in den Händen der Bahngesellschaft, angemessen zu reagieren und den Vorschlägen ihrer Beschäftigten zu folgen."

In früheren Gesprächen zwischen der Geschäftsführung von SWR und der Gewerkschaft RMT hatte die Bahngesellschaft deutlich gemacht, dass die Gewinnabsicherung ein bestimmender Faktor ihres Geschäftsmodells sei und im Zweifel sogar wichtiger als die Sicherheit der Fahrgäste, wie Mick Cash betonte.

Zur Erinnerung: Guards

Bei den britischen Eisenbahnen hat ein "Guard" vielfältige betriebliche Aufgaben zu erfüllen, wozu u.a. gehört
• den Zug vor der ersten Abfahrt auf Sauberkeit und zuverlässige Funktion (z.B. der Türen) zu überprüfen,
• während der Fahrt durch den Zug zu gehen und die Fahrscheine zu kontrollieren bzw. zu verkaufen,
• Fahrgastinformationen zu geben, ggf. auch auf direkte Rückfragen von Fahrgästen zu antworten,
• den Fahrgastwechsel an allen Stationen zu beobachten und in kritischen Situationen ggf. den Zug anzuhalten,
• in Notfällen oder bei Betriebsstörungen den Fahrgästen Anweisungen zum angemessenen Verhalten zu geben.

Diese Aufgaben lassen sich bei Zügen ohne "Guard" nicht völlig automatisieren, was somit weniger Komfort und Sicherheit für die Fahrgäste bedeutet. Dabei sind die von SWR bestellten neuen Züge des Typs "Aventra" für den Vorortverkehr im Großraum London grundsätzlich für einen Betrieb ohne Zugbegleiter vorgesehen.

SWR und RMT haben sich aber schon verständigt, dass auch die neuen Züge mit einem "Guard" besetzt werden sollen, nur die genauen Aufgaben und Befugnisse der Zugbegleiter konnten bisher nicht vereinbart werden. Mit den Bahngesellschaften Merseyrail und Greater Anglia hingegen konnte RMT bereits Vereinbarungen zur Beschäftigungssicherung der "Guards" abschließen.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quelle BBC, RMT, SWR

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