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Mittwoch, 04 September 2019 07:05

Belgien: SNCB zeigt sich zufrieden mit dem 1. Halbjahr 2019

Die SNCB beförderte im ersten Halbjahr dieses Jahres 129,6 Mio. Passagiere, 4,1% mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Inlandsreisenden wächst daher auch 2019 weiter, nachdem sie in den letzten beiden Jahren jeweils um mehr als 3,5% gestiegen ist.

Dieses Wachstum der Reisendenzahl zeigt sich auch 2019 für fast alle Produkte und in allen Passagiersegmenten, sowohl in den Neben- als auch in den Spitzenzeiten. Die Pendler sind zahlreicher (+3,35% der Reisenden mit einem Schul- oder Heimarbeitsabonnement), und auch Standard-Tickets und Freizeitprodukte entwickelten sich gut. Die Zahl der Jugendlichen, die mit einem Go Pass 1 reisen, stieg um 6,45%. Auch die Zahl der Jugendlichen, die ein Go Unlimited nutzen, das es ihnen ermöglicht, während der Schulferien unbegrenzt zu reisen, ist deutlich gestiegen (+9,2%, einschließlich der Osterferien).

Darüber hinaus bietet die SNCB spezielle Tickets an und arbeitet auch mit externen Partnern zusammen, um noch mehr Reisende zu gewinnen, vor allem in den Nebensaisonzeiten. Im Juni lancierte die SNCB in Zusammenarbeit mit Forest National das Zugticket Bravo! Ab September können die Zuschauer mit diesem Ticket zum halben Preis mit der Bahn von und zu diesem Konzertsaal fahren.

Zufriedene Kunden und bessere Pünktlichkeit

Die Kundenzufriedenheit ist im Jahr 2019 gestiegen. Im ersten Halbjahr dieses Jahres gaben 65,3% der Reisenden der SNCB eine Bewertung von mindestens 7 von 10 Punkten. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren 59,1% der Reisenden zufrieden. Diese positive Entwicklung ist zum Teil auf die verbesserte Pünktlichkeit der Züge zurückzuführen. Im ersten Halbjahr dieses Jahres fuhren 90,2% der Züge pünktlich. Per Mitte letzten Jahres betrug dieser Prozentsatz 87,5%.

Die Zugbegleiter werden von den Fahrgästen besonders geschätzt: 87,2% sind mit ihnen zufrieden. Darüber hinaus verbessern sich viele Parameter im Vergleich zum Vorjahr. So sind beispielsweise auch die Fahrgäste mit den Informationen in Bahnhöfen und Zügen zufriedener.

Die SNCB hat auch ein neues Konzept von Fahrkartenschaltern am Bahnhof Namur eingeführt. Das Schalterpersonal arbeitet nun in einem Empfangsbereich, wo es zu einem Mobilitätsführer wird und sich unter den Reisenden bewegt, um sie zu informieren und ihnen bei Bedarf beim Kauf ihres Zugtickets oder Abonnements zu helfen. Dieses Konzept wird 2020 in BruxellesMidi, Bruxelles-Nord und Charleroi umgesetzt. Der Kunde wählt zunehmend digitale Vertriebskanäle. Der Verkauf über digitale Kanäle (SPS, Website und App) macht 2/3 aller Verkäufe aus.

In Zusammenarbeit mit Child Focus können nun Kampagnen zur Suche nach Minderjährigen auf digitalen Bildschirmen in Bahnhöfen und Zügen gezeigt werden. Diese Bildschirme sind sehr schnell einsetzbar, ein entscheidender Aspekt zu wissen, wie wichtig es ist, in den ersten Stunden nach einem Verschwinden zu handeln.

Investitionen in Bahnhöfe und Zugwartung

Im ersten Halbjahr dieses Jahres investierte die SNCB 249,5 Mio. Euro in ein besseres Serviceangebot für ihre Passagiere. Die SNCB konzentriert sich auf die Modernisierung und Renovierung von Bahnhöfen, um sie funktionaler und für die Fahrgäste zugänglicher zu machen.

Die SNCB arbeitet mit Infrabel zusammen, um die Bahnsteige anzuheben, damit die Fahrgäste leichter in den Zug steigen können. Diese Arbeiten wurden in diesem Jahr in den Stationen Alost und Liedekerke abgeschlossen. Sie werden in Liège-Carré, Melle, Asse und Turnhout durchgeführt.

In diesem Jahr erreichte die Verfügbarkeitsrate für Eisenbahnausrüstungen 84,4%. Damit stehen mehr Züge für den Zugverkehr zur Verfügung, was angesichts der ständig steigenden Fahrgastzahlen unerlässlich ist.

Die SNCB ist erfolgreich, indem sie in eine effizientere und effektivere Instandhaltung ihrer Züge investiert. Seit 2015 ist die Zahl der Nachtverkehre in Traktionswerkstätten gestiegen, wenn keine Züge fahren. Um die Effizienz zu steigern, arbeitet die SNCB auch an einer kompletten Renovierung ihrer Werkstätten. Das bedeutendste Beispiel in diesem Jahr ist die offizielle Eröffnung der neuen Werkstatt von Melle, einer der größten und modernsten Werkstätten der SNCB. Dank einer neuen Arbeitsmethode (TIM) werden die Züge durchschnittlich alle zehn Tage in nur vier Stunden gewartet. Allein in Melle ermöglicht diese neue Arbeitsweise, dass täglich acht zusätzliche Züge für den Zugverkehr zur Verfügung stehen, also 2.200 Plätze pro Tag.

Im Jahr 2019 investiert die SNCB weiter in grüne Energie. Seit Anfang dieses Jahres wurden mehr als 7.300 Solarmodule installiert.

Mitarbeiter

Am 1. Juli 2019 beschäftigte die SNCB 17.568 Mitarbeiter (Vollzeitkräfte). Im Jahr 2019 sucht die SNCB 1.750 neue Mitarbeiter. Bisher wurden bereits 1.300 Mitarbeiter eingestellt, was drei Viertel der freien Stellen entspricht. So gab es beispielsweise 300 Stellenangebote für das Zugbegleiterprofil, von denen 230 zwischen Anfang des Jahres und diesem Monat August besetzt wurden. In den kommenden Monaten wird die SNCB in Zusammenarbeit mit HR Rail weiterhin alles daran setzen, Kandidaten für die anderen offenen Stellen zu finden.

Ein finanziell solides Unternehmen

Wie in den Vorjahren hat sich die finanzielle Lage des Unternehmens auch im ersten Halbjahr 2019 weiter verbessert. Das operative Ergebnis stieg um 3,1% auf 1,291 Mrd. Euro. Die betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf 1,247 Mrd. Euro, bedingt durch Kosten im Zusammenhang mit der Geschäftsumwandlung und der Migration von IT-Systemen.

Dank des permanenten Anstiegs der Reisendenzahl und ungeachtet der Transformationskosten bleibt das wiederkehrende Cash-EBITDA von 44,3 Mio. Euro stabil. Aufgrund der Produktvielfalt, bei der sowohl Pendler als auch Gelegenheitsreisende gut abschneiden, verbessert sich der durchschnittliche Stückumsatz pro Reisenden weiter (+ 1,2%).

Dank dieser positiven operativen Ergebnisse konnte die wirtschaftliche Verschuldung um 93,9 Mio. Euro auf 2,378 Mrd. Euro reduziert werden.

WKZ, Quelle SNCB

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