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Freitag, 04 Oktober 2019 18:10

Österreich: Der Stilllegungs-Irsinn geht weiter - Ybbstalbahn-Rumpfstrecke wird weiter verkürzt

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Schwere Zeiten für die Eisenbahn in Österreich: Nachdem schon einige Zeit darüber spekuliert wurde, ist es nun tatsächlich beschlossene Sache: Die 5,5 km lange Rumpfstrecke der einstigen Ybbstalbahn, im Stadgebiet von Waidhofen, die heute von der NÖVOG als "City -Bahn Waidhofen" betrieben wird, wird spätestens zum Planwechsel im Dezember 2020 um weitere 2,5 km verkürzt und dann nur mehr zwischen dem Bahnhof Waidhofen Ybbs und der Haltestelle Vogelsang (hier liegt das Waidhofener Schulzentrum) verkehren.

Auf dem, dann nur mehr gut 3 km langem verbleibenden Teilstück mit den Zwischenhalten Schillerpark und Waidhofen/Ybbs Lokalbahn sollen die ex ÖBB 5090 dann allerdings - als" Zuckerl" -  im Halbstundentakt verkehren. Die Initiative dazu, geht auf die SPÖ im Stadtmagistrat Waidhofen zurück, also ausgerechnet die Partei, die vor zehn Jahren als einzige erfolglos gegen Stilllegung und Abbruch der Ybbstalbahn gekämpft hatte.

Nach offizieller Lesart, haben die nun wegfallenden Stationen Kreillhof und Gstadt nur jeweils 30 Zu- und Aussteiger täglich, was den Erhalt dieses auwändig trasssierten Abschnittes nicht rechtfertigen würde. Ein offenes Geheimniss ist jedoch, dass ein großer Büromöbelhersteller, der gleichzeitig auch größter Arbeitgeber und Steuerzahler Waidhofens ist, sein Werksgelände auf die Bahntrasse in Gstadt erweitern möchte. Diese Firma hatte sich schon vor 10 Jahren für Stillegung der kompletten Ybbstalbahn stark gemacht.

Den Rest der nun wegfallenden Trasse möchte man zur Einführung des auf der restlichen ehemaligen Ybbstalbahntrasse zwischenzeitlich errichteten "Ybbstalradweges" ins Waidhofer Stadtgebiet nutzen. Bleibt die Frage, wie lange sich der dann nur noch 3 km lange Stummel , mit dem bekannten, erhaltungsaufwändigen Waidhofer Stadviadukt noch halten kann....?

In der vorangegangenen Disskussion im Waidhofer Magistrat, stand bereits die komplette Einstellung der "City-Bahn" zur Debatte. Die Stillegung und der Abbau der einstmals gut 60 km langen 760-mm-spurigen landschaftlich herrlichen Ybbstalbahn-Talstrecke von Gstadt nach Lunz a See und Ybbsitz, nach Übernahme aller ÖBB-Schmalspurbahnen durch das Land Niederösterreich, führte vor 9 Jahren zu internationalen Protesten von Bahnliebhabern und auch der EU (ein Übernahmeangebot der Bayerischen Oberlandbahn BOB wurde EU-regelwiedrig nicht berücksichtigt) und gilt als einer der größten Sündenfälle zur sinnlosen Vernichtung von Eisenbahninfrastruktur in diesem Jahrtausend.

Bilder:

Nahe der Haltestelle Kreilhof befindet sich ein kleiner Viadukt über ein Seitental der Ybbs, der den "City-Bahn"-Fahrgast noch erahnen lässt wie herrlich der weitere Verlauf der Ybbstalbahn einst war. Nun wird man auch hier bald nur noch mit dem Zweirad fahren können. Im April 2018 verkehrt hier noch der goldene NÖVOG -Triebwagen (ex ÖBB 5090) auf seiner Fahrt von Gstadt nach Waidhofen Bf.

Auf dem zweiten Bild sehen wir den zweiteiligen "Schülerzug" in der Gegenrichtung in blauer City-Bahn-Lackierung an gleicher Stelle.

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