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Montag, 14 Oktober 2019 08:00

Großbritannien: Gibt Boris Johnson das Bahnfranchise-Modell auf?

In der heutigen Queen's Speech (Parlamentseröffnung) werden neben den Themen Brexit und Sicherheit Pläne angekündigt, das derzeitige Franchisemodell für den Schienenverkehr - bei dem private Unternehmen mit dem Betrieb kommerzieller Schienendienste beauftragt werden - abzuschaffen und durch ein System zu ersetzen, das auf "Leistung und Zuverlässigkeit" basiert, so The Sunday Telegraph.

Die Rede basiert auf der Überprüfung des Franchising-Systems durch Keith Williams, die Empfehlungen für ein neues Modell liefern soll. Konkrete Vorschläge werden erst nach Veröffentlichung dieses Berichts bekannt gegeben, eine Option ist jedoch das Konzessionsmodell, bei dem private Unternehmen mit dem Betrieb der Bahnlinien beauftragt werden, wobei die lokalen Behörden jedoch Tarife und Zeitpläne festlegen.

Die Eisenbahn-Gewerkschaft National Union of Rail, Maritime and Transport Workers (RMT) zeigte sich jedoch wenig erfreut über die bevorstehende Ankündigung. Generalsekretär Mick Cash sagte: "Nach dem, was wir von der Regierung über das Bahnfranchising gesehen haben, ist das nichts Neues, und das alte Tory-Prinzip, dass Gewinne und Privatisierung zuerst kommen, bleibt bestehen. ... Der private Betrieb unserer Eisenbahnen ist unvereinbar mit zuverlässigen und qualitativ hochwertigen Dienstleistungen, niedrigeren Tarifen und Investitionen in die Infrastruktur, da die Eisenbahngesellschaften immer das Blut des Lebens aus dem System saugen werden, um Gewinne und Dividenden zu erzielen."

Mick Cash zufolge "brauchen wir eine nationalisierte Eisenbahn, bei der Qualität, Investitionen, Planung und Sicherheit an erster Stelle stehen."

WKZ, RL, Quelle City A.M., The Telegraph, RMT

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Letzte Änderung am Montag, 14 Oktober 2019 08:06

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