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Donnerstag, 17 Oktober 2019 10:00

Großbritannien: Verkehrsminister will Arriva das Franchise Northern entziehen

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Northern-Züge. Fotos Rüdiger Lüders.

Der britische Verkehrsminister Grant Shapps hat angekündigt, dass die Regierung erwäge, das Franchise Northern Rail wegen schlechter Leistungen zu verstaatlichen. Er sagte den Abgeordneten am 16.09.19, dass Northern "nicht weitermachen kann", solch schlechte Pünktlichkeiten zu liefern.

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In seiner Ansprache vor dem parteiübergreifenden Verkehrsausschuss sagte er, er habe vom so genannten "Operator of last resort" Vorschläge angefordert, Northern zu übernehmen. Northern, das von der deutschen staatlichen Arriva geleitet wird, wurde ebenfalls gebeten, eigene Vorschläge zur drastischen Verbesserung des Dienstes zu erarbeiten. Grant Shapps sagte, dass das Schreiben an Arriva und den staatlichen Betreiber nur die "erste Phase" des Prozesses sei und er es ablehne, weitere Kommentare zu den nächsten Schritten abzugeben.

Es wird angenommen, dass in den kommenden Monaten eine Entscheidung darüber getroffen werden könnte, ob der private Betreiber ersetzt werden soll.

Es wäre das zweite Eisenbahn-Franchise, das wieder in staatliche Hände gebracht wird, nachdem Virgin Trains East Coast im vergangenen Jahr ihres Vertrages enthoben wurde, als den Eigentümern effektiv das Geld ausgegangen ist. Das Franchise Virgin East Coast wurde durch London North Eastern Railway ersetzt, die ebenfalls vom "Operator of last resort" betrieben wird.

Northern bedient mehr als 500 Stationen, die ein Gebiet von Nottingham und Stoke-on-Trent im Süden bis Carlisle im Norden abdecken. Das Franchise bedient Großstädte wie Liverpool, Manchester, Leeds, Bradford, Sheffield, Hull und Newcastle-upon-Tyne. Nach den neuesten vom Amt für Schiene und Straße ORR veröffentlichten Zahlen erreichten in diesem Jahr bis Ende Juni nur 55,2 Prozent der Züge innerhalb einer Minute nach ihrer geplanten Ankunft ihren Bahnhof, ein Rückgang um 1,5 Prozentpunkte gegenüber 2018. Im Vergleich dazu waren 64,7 Prozent der Züge im Inland pünktlich, 2,5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Das Franchise wurde auch wegen Verspätungen bei der Abstellung von Pacer-Zügen kritisiert - den 80er Jahre gebauten "Bussen auf Schienen", die immer wieder als langsam und unbequem kritisiert werden. Sie werden trotz wiederholter Zusagen, sie bis Ende 2019 zu ersetzen, auch im nächsten Jahr fahren.

Erst Anfang Oktober konnte Northern keine Züge oder Ersatzbusse von Liverpool zum Flughafen Manchester anbieten, worauf Steve Rotheram, Metro Mayor of the Liverpool City Region, sagte: "Solche Fälle bestärken mich nur in meiner Überzeugung, dass das Northern-Franchise abgestellt werden muss, und ich werde die Regierung weiterhin dazu drängen."

Auch die Regionalbehörde "Transport for the North" hatte dazu bereits vor einer Woche eine Erklärung abgegeben, in der ein staatlich geleiteter Betreiber (unter dem sog. "Operator of Last Resort") bevorzugt wird, falls es zur Auflösung des Franchise-Vertrages mit Arriva Northern kommen sollte.

WKZ, RL, GK, Quelle The Times

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Letzte Änderung am Donnerstag, 17 Oktober 2019 10:43

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