Spanien: Acciona zieht sich aus der AVE-Liberalisierung zurück
Acciona wird nicht um den Einstieg in den Personenverkehr auf dem AVE-Sektor gegen den staatlichen Betreiber Renfe konkurrieren, teilte das Wirtschaftsblatt El Economista nach mit dem Markt vertrauten Quellen mit.
Die Gruppe unter dem Vorsitz von José Manuel Entrecanales hat ausgeschlossen, an der Liberalisierung des AVE-Verkehrs teilzunehmen, nachdem sie die geschätzte Rentabilität dieses Vorhabens analysiert hat. Die Firma lehnte es gegenüber "El Economista" ab, einen Kommentar abzugeben.
Acciona zieht es vor, seine Investitionen auf seine traditionellen Geschäftsfelder zu konzentrieren, hauptsächlich in erneuerbare Energien. In der vergangenen Woche startete die Firma ein Übernahmeangebot für 100 Prozent des deutschen Windkraftanlagenherstellers Nordex.
Auf diese Weise wird das Unternehmen gegenüber dem Infrastrukturverwalter Adif keinen Antrag auf eine AVE-Konzession am 31. Oktober vorlegen, der von Adif gesetzten Frist für den Erhalt von Angeboten, damit der Markt im Dezember 2020 für private Anbieter im Fernverkehr freigegeben werden kann.
Medienberichten zufolge hat Acciona mit "drei europäischen Betreibern" verhandelt, darunter der französischen SNCF und den italienischen Anbietern NTV (Italo) und Trenitalia. Acciona wollte, dass sich der dritte Partner einer Minderheitsbeteiligung anschließt, an der der spanische multinationale Konzern "mindestens 50%" hält, was von den großen Bahnbetreibern aber abgelehnt wurde.
Acciona hat Ende letzten Jahres mit Intermodalidad del Levante (Ilsa), einer von den Aktionären von Air Nostrum kontrollierten Gesellschaft, eine Vereinbarung getroffen, um gemeinsam an der Liberalisierung der AVE teilzunehmen. Diese Allianz ist nun wirkungslos, wobei Ilsa auf jeden Fall "eine Vereinbarung mit einem internationalen Partner abschließt und bis zum 31. Oktober, der von Adif gesetzten Frist für den Erhalt von Angeboten, ein Angebot vorlegen wird", wie von sachkundigen Quellen mitgeteilt wurde.
Die Teilnahme von Ilsa, SNCF und von Talgo/Trilantic Fund ist sicher. Ferrovial, NTV, Trenitalia, Alsa, ACS, Arriva, Avanza, Globalia und Raxel Rail werden als weitere mögliche Bewerber genannt.
WKZ, Quelle El Economista




