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Samstag, 19 Oktober 2019 13:00

Italien: Handelskammer gibt Reformvorschläge für den ÖPNV in Südtirol

Die Handelskammer Bozen hat den Südtiroler Landeshaushalt unter die Lupe genommen und für den Bereich Verkehrs- und Mobilitätsförderung Reformvorschläge ausgearbeitet. Dafür wurden 2018 über 377 Millionen Euro, also 6 Prozent des Landeshaushalts vorgesehen.

Grundvoraussetzung für wirtschaftliche Tätigkeit in der Peripherie ist eine gute Erreichbarkeit aller Ortschaften. Deshalb sind in einem gebirgigen Land wie Südtirol in diesem Bereich hohe Investitionen erforderlich, was der Investitionsanteil von 41,1 Prozent deutlich zeigt. Die Ausgaben in diesem Aufgabenbereich haben sich in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert.

„Wichtig ist, dass in Zukunft bei allen Investitionsprojekten eine Kosten-Nutzen-Analyse vorgenommen wird und man sich auch Alternativlösungen anschaut. Dabei sind auch die Folgekosten zu berücksichtigen“, so Handelskammerpräsident Michl Ebner.

Der öffentliche Nahverkehr hat in Südtirol ein sehr hohes Niveau erreicht. Es ist zu evaluieren, wie kapillar das öffentliche Personennahverkehrsnetz auch in den peripheren Tälern geführt werden soll. Der Kostendeckungsbeitrag durch die Fahrkarten sollte auf das Durchschnittsniveau der Mitgliedstaaten der Europäischen Union erhöht werden.

„Ein wesentlicher Punkt ist ein langfristiges Verkehrs- und Mobilitätskonzept für Südtirol, das auf die internationalen, regionalen, lokalen und urbanen Bedürfnisse ausgerichtet ist und sowohl den Transport von Personen als auch Waren berücksichtigt“, ist Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen überzeugt: „Auch neue Verkehrsmodelle müssen angedacht werden, wie etwa selbstfahrende Busse.“

Es gilt die regionale Verkehrsinfrastruktur, darunter vor allem die Straßen auszubauen beziehungsweise zu erneuern. Dies betrifft sowohl die Städte als auch die Peripherie.

Wirtschaftliche und effiziente Lösungsvorschläge müssen ausgearbeitet werden, damit das regionale und überregionale Straßen- und Schienenverkehrsnetz, das die Kapazitätsgrenze bereits erreicht hat, weiterhin gut funktioniert. Außerdem können mit Subventionierungen Anreize für eine stärkere Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene geschaffen werden.

Damit auf dem Arbeitsweg vermehrt die öffentlichen Verkehrsmittel anstelle des eigenen Fahrzeuges genutzt werden, müssen die teils überfüllten Züge bzw. Busse durch größere mit mehr Sitzplätzen ersetzt werden, die in den Stoßzeiten häufiger eingesetzt werden. Auch Apps könnten zu einer Verbesserung beitragen, jedoch bräuchte es offene Datenbanken, in denen alle öffentlichen Verkehrsmittel mit Verspätungen und Ausfällen in Echtzeit aufscheinen.

Pressemeldung handels- und Landwirtschaftskammer Bozen

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Letzte Änderung am Samstag, 19 Oktober 2019 10:13

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