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Dienstag, 22 Oktober 2019 07:10

Großbritannien: Politiker fordern Fahrpreissenkung, falls die alten Pacer-Schienenbusse weiterhin eingesetzt werden

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Fotos Rüdiger Lüders.

Politiker in Nordengland fordern, dass Fahrgästen, die ab 2020 weiterhin die stark kritisierten “Pacer”-Züge nutzen müssen, ermäßigte Tarife angeboten werden. Die Bürgermeister von Greater Manchester und Sheffield, Andy Burnham und Dan Jarvis sowie die Stadtratsvorsitzende von Leeds, Judith Blake, haben dem Betreiber Northern mitgeteilt, dass die weitere Verwendung der überalterten Fahrzeuge für die Reisenden nicht akzeptabel ist.

NT 142026 Doncaster 1 19 09 09NT 142067 Darlington=p2 19 09 06
NT 142067 Middlesbro 6 19 09 06NT 142096 York 3 19 09 11
NT 142096 Bishop=Auck 27 19 09 06NT 142096 Darlington=p5 19 09 06

Die sog. “Pacer” (englischer Begriff für “Herzschrittmacher”) sind Schienenbusse aus den 1980er Jahren, die bei ihrer Einführung als kurzfristige, kostengünstige Alternative für Regionalzüge gedacht waren. Die Bahngesellschaft Northern hatte zuletzt geplant, alle “Pacer” bis Ende dieses Jahres abzustellen und dazu im August 2019 bereits einen werbewirksam inszenierten Abschied veranstaltet.

Die vielfach verspotteten “Pacer” waen ursprünglich entsprechend der Karosserie eines Straßenbusses konstruiert und sollten nur eine maximale Lebensdauer von 20 Jahren haben.

In einem Brief an Northern drückten die genannten Politiker aus, es sei "inakzeptabel", dass Northern auch in 2020 weiterhin die Schienenbusse einsetzen werde. Deshalb forderten sie umgehend ein Treffen mit den Verantwortlichen der Bahngesellschaft.

"Die Alternative, die “Pacer” ganz ohne Ersatz aus dem Verkehr zu ziehen, wäre jedoch ein noch schlechteres Ergebnis", erklärten sie. "Da wir gezwungen sind, mangels Ersatzfahrzeugen den vorübergehenden Weiterbetrieb der Schienenbusse zu akzeptieren, erwarten wir, dass Sie sich dringend zu einer angemessenen finanziellen Entschädigung für die betroffenen Passagiere verpflichten." Dies bedeute, dass die Tarife auf allen betroffenen Strecken reduziert werden sollten, solange die Züge noch im Einsatz bleiben.

Pendler beklagen sich seit Jahren über die lauten, verdreckten, zuweilen sogar undichten und holprigen Züge mit fehlender Klimatisierung. Die Kundin von Northern, Alison Campbell, die regelmäßig mit dem Zug um 07:26 Uhr von Mytholmroyd in West Yorkshire nach Manchester fährt, beklagte, dass es oft nur zwei Wagen gebe, was bedeute, dass nicht genug Sitzplätze zur Verfügung stünden und die Leute im Gang stehen müssten. "Wenn es dir dann tatsächlich gelingt, einen Sitzplatz zu bekommen, ist der meistens sehr eng und unbequem", sagte sie und ergänzte: "Bei jeder Zugfahrt kommt mir immer ein Viehtransport in den Sinn."

Ein Mann mit dem Namen Phil sagte dazu, die “Pacer” seien "entweder zu heiß oder zu kalt" und ihr einziger Vorteil bestünde darin, "dass es im Zug besser wäre als auf einem trostlosen Bahnsteig oder auf einen Zug zu warten, der dann verspätet oder völlig abgesagt wurde."

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quelle BBC

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Letzte Änderung am Montag, 21 Oktober 2019 16:02

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