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Donnerstag, 31 Oktober 2019 07:10

Spanien: Heute ist Abgabefrist für den AVE-Wettbewerb

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Fotos Renfe.

Heute (31.10.2019) endet die Frist für Unternehmen, die sich an der Liberalisierung des Schienenpersonenverkehrs beteiligen wollen, um ihre Angebote an die Adif zu übermitteln. Diese wird zusammen mit der Regierung die Wettbewerber von Renfe im Fernverkehr und AVE auswählen und einen Prozess einleiten, der ab Dezember 2020 in der Privatisierung des Fernverkehrs gipfelt.

Die Verteilung erfolgt in drei Losen: Das erste (A) hat eine Kapazität, die der von Renfe derzeit ähnlich ist; das zweite (B) hat 30% der gleichen Kapazität, und das dritte (C) wird für kostengünstige oder unregelmäßige Frequenzen verwendet.

In den letzten Monaten wurden verschiedene Namen genannt, die auf mögliche neue Akteure hinweisen, wie die französische SNCF, Acciona (die inzwischen bestätigt hat, dass sie nicht bieten wird), der deutsche FlixBus und die Deutsche Bahn, Globalvia, Alsa, Ilsa, Talgo und aus Italien NTV, unter anderem. Es wird erwartet, dass die ausgewählten Firmen bis Ende 2019 bekannt sind.

Kaum zu lösende Probleme für neue Betreiber

Doch es gibt Probleme: Jeder neue Betreiber, der nicht öffentlich ist und daher noch nicht über die Züge und Wartungsdienste verfügt, wird eine Mindestinvestition von 500 Mio. EUR für den Betrieb benötigen. Und selbst dieser Betrag garantiert nicht einmal den Businessplan, den ADIF für zehn Jahre erfordert, da der Fluss der Einnahmen gemäß den festgelegten Bedingungen völlig unsicher ist.

Ein weiteres Problem sind die Züge. Álvaro Rengifo, ehemaliger Präsident von Bombardier in Spanien, sagte vor einigen Wochen: "Niemand, außer Renfe, hat die etwa fünfzig Züge, die für die ersten beiden von Adif angebotenen Lose benötigt werden." Private Unternehmen haben festgestellt, dass auch die Anmietung von rollendem Material bei der Renfe aufgrund hoher Wartungskosten de facto ausgeschlossen ist.

Da die Rentabilität des Projekts nicht vorhersehbar ist, gehen auch große Betreiber ein Risiko ein. "Der allgemeine Eindruck ist, dass wir mit dem Vorschlag zur Liberalisierung von einem Monopol einer Aktiengesellschaft zu einem Oligopol mehrerer öffentlicher Unternehmen übergehen werden", verlautbaren von La Información herangezogene Quellen. Infrage kämen dann nur noch die Deutsche Bahn, die SNCF Frankreichs und die Trenitalia Italiens

Renfe rüstet auf

Renfe will ihre führende Rolle im Eisenbahnnetz nicht verlieren und fördert neben der Ausschreibung im Liberalisierungsprozess auch eine Strategie, die auf Wachstum und Diversifizierung ausgerichtet ist. Im Oktober dieses Jahres hat sie verschiedene Initiativen ergriffen. So sollen im Januar nächsten Jahres die Tickets für den neuen Low-Cost-AVE zum Verkauf angeboten werden, der zunächst auf der Strecke Madrid - Barcelona eingesetzt wird und ab April 2020 genutzt werden kann, d.h. während der Osterferien.

Eine weitere der von Renfe durchgeführten Maßnahmen betrifft die Vereinfachung der Reiseinformation. Ein Pilotversuch von "Renfe as a Service" (RaaS), einer Mobilitäts-App, die alle Dienste integriert, wurde gerade gestartet. Diese Plattform steht allen Kunden offen: alles, was Sie tun müssen, ist sich auf der Renfe-Website zu registrieren.

Die internationale Expansion ist ein weiteres Ziel des strategischen Plans von Renfe für den Zeitraum 2019-2023 und zielt darauf ab, die möglichen negativen Auswirkungen der Liberalisierung auf das Geschäft weitgehend abzumildern.

Das Geschäft von Renfe ist auf gutem Weg. Bis September hat sie einen Gewinn von fast 70 Mio. EUR erzielt, was einer Steigerung von 28% gegenüber dem gleichen Zeitraum 2018 entspricht. Mehr als 376 Mio. Nutzer nutzten ihre Dienste, was einem Anstieg von 1% entspricht.

WKZ, Quelle Cinco Días, La Información

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Letzte Änderung am Donnerstag, 31 Oktober 2019 07:28

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